Chemnitz - Am Montag geht's los: Auf dem Chemnitzer Friedhof an der Reichenhainer Straße rücken die Handwerker an. Gerettet wird ein Ort, der viel zu lange sich selbst überlassen schien. Der sogenannte Monopteros, eine markante Urnen-Gemeinschaftsanlage nahe dem Eingang zum Krematorium, soll nach Jahren der Sperrung endlich wieder zugänglich sein.
Der Monopteros (altgriechisch: "einziger Flügel") wurde als tempelartiger Säulenbau von Erich Basarke (1878–1941) erbaut, einem der prägenden Architekten der Stadt. Der Bau diente als Urnen-Begräbnisstätte, teils offen, teils hinter Steintafeln geschützt.
Die Stadt selbst spricht von einem "wichtigen Zeugnis der regionalen Sepulkralkultur" (Trauer- und Begräbniskultur).
Dass jetzt saniert wird, ist überfällig. Zuletzt erinnerte der Rundbau eher an ein Sorgenkind der Friedhofsarchitektur: Bauzaun drumherum, in einem Segment nur noch mit provisorischer Stütze gesichert, sichtbare Schäden, Stillstand. Der Monopteros soll jetzt "dauerhaft für die Öffentlichkeit erhalten" und wieder in einen "würdigen Zustand" versetzt werden.
Rund 170.000 Euro kostet die Maßnahme, Sachsen schießt einen Großteil aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege zu.
Nach der Instandsetzung des Bauwerks soll auch das Umfeld aufgehübscht werden: neue Wege und eine neue Bepflanzung rund um den Sockel.