Coronaviren im Abwasser? Chemnitz verzichtet auf Tests

Chemnitz - Keine Klarheit in der Kläranlage: Die Stadt prüft das Chemnitzer Abwasser nicht auf Coronaviren und andere Krankheitserreger. Ein entsprechendes Projekt mit der TU Dresden ist beendet.

Anfang 2022 probten Stadt und TU Dresden (hier: Roger Dumke, 60, l., und Michael Geißler, 32) die Untersuchung von Wasserproben. Das Projekt ist eingestellt.
Anfang 2022 probten Stadt und TU Dresden (hier: Roger Dumke, 60, l., und Michael Geißler, 32) die Untersuchung von Wasserproben. Das Projekt ist eingestellt.  © Thomas Türpe

Sebastian Cedel (38), Stadtrat der PARTEI, hatte kürzlich in einer Ratsanfrage nach dem Abwassermonitoring gefragt, aber keine Antwort erhalten. Deshalb hakte TAG24 im Rathaus nach - mit dem genannten Ergebnis.

Cedel ist enttäuscht: "Es gibt bereits ein Modell-Monitoring auf Viren in 20 deutschen Städten. Die Stadt sollte eine eigene Untersuchung des Abwassers vorbereiten, um zu wissen, wie groß das Infektionsproblem in der Bevölkerung ist." Mit Abschaffung der kostenlosen Massentests habe das Gesundheitsamt den Überblick über die Coronalage verloren.

Seit Jahren untersucht der städtische Entsorgungsbetrieb ESC das Chemnitzer Abwasser auf die Drogen Kokain, Cannabis, (Meth-)Amphetamin und MDMA. Und das führte auch zu einem Ergebnis: Beim Crystal ist Chemnitz nicht mehr die deutsche Drogen-Hauptstadt, Dresden und Erfurt haben die Stadt überholt.

In der Kläranlage landen auch ausgeschiedene Krankheitserreger. Doch die Stadt verzichtet auf Tests auf Corona.
In der Kläranlage landen auch ausgeschiedene Krankheitserreger. Doch die Stadt verzichtet auf Tests auf Corona.  © Sven Gleisberg

Mehr Klarheit wünscht sich Sebastian Cedel nun auch bei Corona: "Ich fordere die Verwaltung auf, Geld für ein Viren-Monitoring bereitzustellen."

Titelfoto: Sven Gleisberg, Thomas Türpe

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