Coronavirus in Chemnitz: Inzidenz in der Stadt steigt weiter

Chemnitz - Corona in Chemnitz: In der Stadt gab es seit Beginn der Krise 29.723 Corona-Fälle, 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt bei 1099,0 (Stand: 6. Dezember, alle Daten vom RKI).

Weihnachtsmärkte abgesagt, neue Notfall-Verordnung: Die vierte Corona-Welle hat Sachsen fest im Griff.
Weihnachtsmärkte abgesagt, neue Notfall-Verordnung: Die vierte Corona-Welle hat Sachsen fest im Griff.  © Haertelpress

Seit dem 22. November gilt angesichts der zunehmend dramatischen Infektionslage in Sachsen nun die Sächsische Corona-Notfall-Verordnung. Die neue Verordnung, die vorerst bis zum 12. Dezember gilt, sieht verschärfende Maßnahmen insbesondere für Ungeimpfte vor, um die 4. Welle der Corona-Pandemie einzudämmen.

Dazu gehören flächendeckende 2G-Regelungen, Schließungen von Einrichtungen und Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte und Nicht-Genesene in Hotspot-Regionen.

Schulen und Kitas bleiben geöffnet.

Chemnitz: Polizei löst illegale Corona-Party in Chemnitzer Industriebrache auf
Chemnitz Crime Polizei löst illegale Corona-Party in Chemnitzer Industriebrache auf

Discotheken, Clubs, Bars und Kultureinrichtungen sollen zubleiben. Messen und Großveranstaltungen werden untersagt. Weihnachtsmärkte wurden abgesagt.

3G am Arbeitsplatz, 2G beim Shopping und beim Friseurbesuch.

Ausgangssperren soll es dort geben, wo die Inzidenz über 1000 liegt. Ungeimpfte dürfen dann zwischen 22 und 6 Uhr ihre Wohnungen nur aus triftigem Grund verlassen.

Kontaktbeschränkungen: Ein Haushalt darf sich nur mit einer weiteren Person treffen. Geimpfte, Genesene und Kinder sowie Jugendliche bis 16 Jahre zählen nicht mit.

Wir halten Euch hier im Ticker zur aktuellen Lage in Chemnitz und Sachsen auf dem Laufenden.

Alle Infos zur Lage in ganz Deutschland im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Update, 6. Dezember, 20.26 Uhr: Hunderte bei Corona-Demo in Freiberg

In Freiberg gingen am Montagabend Hunderte Menschen gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen auf die Straße. Die Stimmung: angespannt!

TAG24 erfuhr: Die Polizei ist zwar mit vielen Einsatzkräften vor Ort, wirkte aber angesichts der Menschenmassen etwas überrascht. Trotzdem wurden die Identitäten einiger Demonstranten festgestellt.

Dicht an dicht und kaum Masken! Hunderte Menschen waren am Montagabend in Freiberg auf der Straße.
Dicht an dicht und kaum Masken! Hunderte Menschen waren am Montagabend in Freiberg auf der Straße.

Update, 6. Dezember, 19.09 Uhr: Polizei verhindert "Corona-Spaziergang", erste Festnahmen

Am Montagabend kam es in der Chemnitzer Innenstadt erneut zu einem Corona-Protest.

Die Polizei griff durch, es kam laut ersten Informationen zu Festnahmen! Denn: Laut der sächsischen Corona-Schutzverordnung sind derartige Demonstrationen - bis auf wenige Ausnahmen - verboten.

Mehr dazu in unserem TAG24-Artikel: Wieder Corona-Demo in Chemnitz: Polizei greift durch!

Die Polizei stand am Montagabend auf der Straße der Nationen in Chemnitz etlichen Corona-Gegnern entgegen.
Die Polizei stand am Montagabend auf der Straße der Nationen in Chemnitz etlichen Corona-Gegnern entgegen.  © Sebastian Hopp

Update, 6. Dezember, 17.41 Uhr: Polizei bereitet sich auf mögliche Corona-Demo in Chemnitz vor

Die Chemnitzer Polizei ist am Montagabend in der Innenstadt mit mehreren Einsatzfahrzeugen präsent. Sie bereitet sich auf eine mögliche Corona-Demo vor.

TAG24 erfuhr: Aktuell werden vereinzelt kleine Gruppen kontrolliert. Bisher ist es weitestgehend ruhig.

Etliche Polizeifahrzeuge stehen in der Chemnitzer Innenstadt.
Etliche Polizeifahrzeuge stehen in der Chemnitzer Innenstadt.  © Sebastian Hopp
Am Roten Turm wurden bereits Plakate aufgehängt und Kerzen niedergelegt.
Am Roten Turm wurden bereits Plakate aufgehängt und Kerzen niedergelegt.  © Sebastian Hopp

Update, 6. Dezember, 15.22 Uhr: Landtag stellt epidemische Lage in Sachsen fest

Sachsens Landtag hat am Montag die epidemische Lage im Freistaat festgestellt und so die rechtliche Grundlage für eigene Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie geschaffen. Allerdings braucht es dafür auch die Mitwirkung des Bundes.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) räumte ein, dass man erst noch die neue Gesetzeslage auf Bundesebene abwarten müsse, die neue Koalition in Berlin arbeite jedoch mit Hochdruck daran. Er habe in dieser Frage ein großes Zutrauen zum neuen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Auf Antrag der AfD fand die Abstimmung namentlich statt. Bis auf die AfD-Abgeordneten stimmten alle mit Ja.

Update, 6. Dezember, 14.26 Uhr: Kretschmer macht AfD für desolate Corona-Lage mitverantwortlich

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die AfD für die Zuspitzung der Corona-Pandemie im Freistaat mitverantwortlich gemacht. "Sie tragen eine große Verantwortung dafür, wie das derzeit in diesem Land ist", sagte er am Montag in einer Rede zur Feststellung der epidemischen Lage in Sachsen. Dabei ging er auch auf das Schicksal des AfD-Landtagsabgeordneten Ivo Teichmann ein, der am Wochenende seine schwere Covid-19-Erkrankung öffentlich gemacht hatte. Kretschmer zollte ihm dafür Respekt und wünschte baldige Genesung.

Doch während Teichmann im Krankenhaus liege, habe die AfD zur gleichen Zeit etwa in Pirna für eine Demonstration gegen das Impfen und eine angebliche "Corona-Diktatur" mobilisiert, sagte Kretschmer. Das Verhalten der Partei habe einen großen Schaden provoziert. "Natürlich macht es etwas mit einer Gesellschaft, wenn eine politische Kraft, die in einem Parlament sitzt mit Abgeordneten, ständig wissenschaftliche Fakten, wissenschaftliche Notwendigkeiten leugnet (...). Das hat nichts, gar nichts mit Oppositionsarbeit zu tun. Das ist billiger Populismus."

AfD-Partei- und Fraktionschef Jörg Urban warf der Regierung in seiner Reaktion unter anderem "Machtmissbrauch" und ein Kaputtsparen des Gesundheitswesens in Sachsen vor. "Wir hätten heute keine epidemische Notlage, wenn wir nicht eine Notlage des Gesundheitswesens hätten." Seit eineinhalb Jahre täusche der Ministerpräsident die Bürger über die Dauer und die Tiefe der Grundrechtseingriffe. "Ihre Versprechen halten meist nur ein paar Monate oder Wochen", sagte Urban an die Adresse Kretschmers. Die Regierung habe Vertrauen verspielt.

Update, 6. Dezember, 14.05 Uhr: Omikron-Verdacht in Sachsen nicht bestätigt

Der erste Verdachtsfall der neuen Coronavirus-Variante Omikron in Sachsen hat sich nicht bestätigt.

Die Stadt und das Universitätsklinikum Leipzig teilten am Montag mit, dass die Variante bei einem 37-jährigen Mann aus Leipzig nicht nachgewiesen werden konnte. Die Chefin des Gesundheitsamtes hatte vor einer Woche von dem Verdachtsfalls berichtet. Zu dem Zeitpunkt stand allerdings das Ergebnis der Gesamtgenomsequenzierung noch aus.

Die Virus-Variante ist inzwischen in zahlreichen Länder aufgetaucht, auch in Deutschland. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die zunächst im südlichen Afrika entdeckte Corona-Variante als "besorgniserregend" eingestuft.

Update, 6. Dezember, 13.46 Uhr: Fackelaufmarsch ist "Angriff auf Demokratie"

Die geschäftsführende Bundesregierung hat den Fackelaufmarsch von Gegnern der Corona-Politik vor dem Haus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping auf das Schärfste verurteilt. "Dazu muss man sehr klar sein: Was da geschehen ist vor dem Haus der sächsischen Gesundheitsministerin, dieser Aufmarsch, ist zutiefst empörend", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Das ist nicht nur ein Angriff auf die Privatsphäre von Frau Köpping, der Ministerin, es ist auch ein Angriff auf die Demokratie."

Rund 30 Gegner der Corona-Politik hatten am vergangenen Freitag laut rufend vor dem Wohnhaus von Köpping in Grimma demonstriert. Sie trugen dabei Fackeln und Plakate. Über Parteigrenzen hinweg äußerten Politiker am Wochenende Entsetzen über die Aktion. "Das erinnert mich an die dunkelsten Kapitel unserer deutschen Geschichte", sagte etwa der noch amtierende Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der "Bild am Sonntag". Es handele sich um die "organisierte Einschüchterung einer staatlichen Repräsentantin", erklärte er.

Update, 6. Dezember, 8.30 Uhr: Absage des Chemnitzer Weihnachtszirkus bringt Zoo-Tiere in Not

Lange hatte der Veranstalter Hardy Weisheit (54) gehofft - vergebens. Auch aus dem Weihnachtszirkus in Chemnitz wird in diesem Jahr wegen Corona nichts. Die wegbrechenden Einnahmen sind für Weisheit ein echtes Problem: Wie soll er seine Tiere jetzt durch den Winter bringen?

Lest mehr dazu in unserem Artikel Chemnitzer Weihnachtszirkus: Absage bringt Zoo-Tiere in Not.

Durch die Umsatzeinbußen bietet der "Erlebnispark Elefantenreservat" Tierpatenschaften an, auch für Elefanten. Leiter Hardy Weisheit (54) vor den Elefanten Tonga (38), Gandy (54) und Moja (36).
Durch die Umsatzeinbußen bietet der "Erlebnispark Elefantenreservat" Tierpatenschaften an, auch für Elefanten. Leiter Hardy Weisheit (54) vor den Elefanten Tonga (38), Gandy (54) und Moja (36).  © Uwe Meinhold

Update, 6. Dezember, 8.17 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen steigt - fast 5000 Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Corona-Hotspot Sachsen ist wieder gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Montag mit 1234,4 an, nachdem sie am Sonntag bei 1227,1 gelegen hatte. Sachsen hat damit bundesweit mit weitem Abstand die höchste Inzidenz vor den Nachbarländern Thüringen (1040,5) und Sachsen-Anhalt (861). Bundesweit lag die Inzidenz am Montag laut RKI bei 441,9.

Von Sonntag auf Montag meldeten die Gesundheitsämter dem RKI fast 5000 Neuinfektionen. Zudem wurden drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet. Die Zahlen könnten allerdings auch höher liegen, etwa weil am Wochenende einige neue Fälle verzögert gemeldet werden.

Die Landkreise Meißen und Mittelsachsen weisen mit Werten von 2328,1 beziehungsweise 2099,4 die bundesweit höchsten Inzidenzen auf. Der niedrigste Wert in Sachsen wurde mit 686,5 in der Stadt Leipzig registriert.

Update, 6. Dezember, 6.07 Uhr: Sachsens Innenminister fordert hartes Vorgehen bei Corona-Verstößen

Nach dem Fackelaufmarsch vor dem Privathaus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat Landesinnenminister Roland Wöller ein rigoroses Vorgehen bei Verstößen gegen Corona-Regeln gefordert.

Der Aufmarsch von Kritikern der Corona-Politik sei "ein Angriff auf die Demokratie" gewesen und erfordere "ein klares Signal des Rechtsstaats", sagte der CDU-Politiker "Bild" (Montag). "Ich fordere Schnellprozesse, um Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen sofort und rigoros zu ahnden! Sowas darf nicht erst Wochen später passieren."

Titelfoto: Uwe Meinhold, 123rf/drmicrobe

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