Dank edler Spender kann sich Chemnitz ein paar Extras gönnen

Chemnitz - Ohne Gönner geht nichts: In den vergangenen sieben Jahren nahm der Stadtrat 1483 Schenkungen an. Dieses Jahr gab es bereits mehr Geschenke an die Stadt Chemnitz als im Vor-Corona-Jahr 2019. Vor allem Kunst, Bildung und Tierpflege profitieren.

Kai Radvan (44) flitzt mit der nützlichen, über eine Schenkung finanzierten E-Karre durch den Tierpark. Das emissionsarme und leise Gefährt kann auch zum Tiertransport eingesetzt werden.
Kai Radvan (44) flitzt mit der nützlichen, über eine Schenkung finanzierten E-Karre durch den Tierpark. Das emissionsarme und leise Gefährt kann auch zum Tiertransport eingesetzt werden.  © Uwe Meinhold

"Von Jahresbeginn bis Anfang Oktober gab es 85 Schenkungen. 2020 waren es 101 und 2019 insgesamt 66", berichtet eine Rathaussprecherin. Die meisten gehen an Schulen und Kitas, Tierpark und Botanischen Garten sowie Stadtbibliothek und Kunstsammlungen.

"In letzter Zeit wird auch für verschiedene Projekte wie die Pyramide Einsiedel, Straßenbäume oder Infostelen wie jene am Marx-Monument gespendet", so die Sprecherin weiter.

Chemnitz erhält große Schenkungen meist aufgrund einer testamentarischen Verfügung. Die Stadtsprecherin: "So wurde eine E-Karre namens 'Ruth' dem Tierpark von einer sehr wohlgesonnenen Dame gleichen Vornamens vererbt."

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Diese hatte schon zu Lebzeiten einen nützlichen Elektro-Transporter (Neupreis etwa 52.000 Euro) im Tierpark mitbezahlt.

Das Chemnitzer Rathaus und dessen Einrichtungen wurden auch in der Pandemie reich beschenkt.
Das Chemnitzer Rathaus und dessen Einrichtungen wurden auch in der Pandemie reich beschenkt.  © Kristin Schmidt

Aus dem Nachlass wurden Lerninseln realisiert

Stadtbibliotheks-Leiterin Corinna Meinel (38) zeigt für die Fremdsprachenbibliothek geschenkte Bücher.
Stadtbibliotheks-Leiterin Corinna Meinel (38) zeigt für die Fremdsprachenbibliothek geschenkte Bücher.  © Uwe Meinhold

Eine andere, weit bekanntere Frau desselben Vornamens kümmerte sich ebenso über den Tod hinaus. "Aus dem Nachlass der Mäzenin Ruth Leibnitz wurden 2016 die Ausstattung unseres Lernraums sowie die verschiedenen Lerninseln in der Stadtbibliothek realisiert", weiß die Rathaussprecherin.

Aufgrund ihres Engagements erhielt die Künstlerin und gebürtige Chemnitzerin Leibnitz (1928-2011) eine Gedenkplakette in der Stadtbibo.

Sie spendete auch Lesesaal-Kunstwerke, ebenso wie die Chemnitzer Grafikerin Dagmar Ranft-Schinke (77).

Auch finanziell sahnte der städtische Kunsttempel ab

Kunstsammlungen-Sprecherin Carolin Nitzsche betrachtet ein ausgestelltes Bild aus der reichen Sammlung von K.O. Götz.
Kunstsammlungen-Sprecherin Carolin Nitzsche betrachtet ein ausgestelltes Bild aus der reichen Sammlung von K.O. Götz.  © Uwe Meinhold

Apropos Kunst: Vor allem die Kunstsammlungen können sich glücklich schätzen. Eine der großen letzten Schenkungen umfasste rund 185 Werke. "Darunter ist auch das derzeit ausgestellte 'Zybel 2004' von K.O. Götz", sagt Kunstsammlungen-Sprecherin Carolin Nitsche.

Die Einrichtung mit Hauptsitz am Theaterplatz widmete dem Pionier der abstrakten Kunst zu dessem 100. Geburtstag eine Sonderausstellung. Insgesamt beseitzen die Kunstsammlungen etwa 150 Werke von Karl Otto Götz (1914-2017).

Auch finanziell sahnte der städtische Kunsttempel ab. "Die größte vererbte Geldsumme stammt aus dem Jahr 2020. Diese betrug 150.000 Euro und wurde gemäß testamentarischer Verfügung an die Kunstsammlungen ausgezahlt", erläutert die Stadtsprecherin.

Schenkungstechnisch kann damit derzeit nur die in Rabenstein geplante "Jugendaktionsfläche West" mithalten: Ein anonymer Spender vermachte dem Projekt 100.000 Euro.

Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold, Kristin Schmidt

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