Die Reise seines Lebens: Chemnitzer Journalisten-Legende durchquert USA mit Vespa
Chemnitz - Es war das Abenteuer ihres Lebens: Ex-MOPO/TAG24-Redakteur Bernd Rippert (65) und seine Frau Heidi (64) umrundeten in sechs Monaten die USA auf ihrer Vespa. 26.921 Kilometer, 39 US-Staaten, ein Unfall - der Reisende aus Chemnitz hatte viel zu erzählen, bevor er auf seine nächste Tour startete.
Im Sommer 2024 verließ Bernd Rippert die MOPO/TAG24-Redaktion. Aber Abschied heißt doch auch weitergehen - in dem Fall gen USA. Also begannen sich Bernd und Heidi im Herbst 2024 vorzubereiten.
Recherche, Dokumente beantragen, Planung. "Auf Facebook haben Amerikaner von mir Notiz genommen und auf uns gewartet, Ausflüge mit uns gemacht und uns zum Essen eingeladen", erzählt Bernd.
Bereits seit 2011 fahren die beiden quer durch Europa. Damals noch mit einer Vespa mit zwölf PS. Für die USA-Reise kaufte sich Bernd eine lindgrüne Vespa mit 300 ccm, machte sogar einen Motorradführerschein.
Die Italienerin verschiffte er vor Reisebeginn in die USA. Im April 2025 ging es dann von Orlando an der Westküste in den Süden, dann in den Westen, in den Norden und zurück.
"Mit der Route sind wir Hurricanes und Tornados ausgewichen", erklärt Bernd.
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Vespa-Unfall in der Dämmerung: "Da habe ich Angst bekommen"
"Es gab gute Tage und sehr gute Tage", resümiert Bernd. Besonders emotional für ihn war die Fahrt nach San Francisco über die Bay Bridge. "Das Gefühl, dort auf zwei eigenen Rädern hereinzufahren, war überwältigend."
Heidi beeindruckten die Redwoods in North Carolina. Das ist ein Nationalpark, in dem rote Mammutbäume wachsen. "Sie meinte, die Bäume strahlen eine majestätische Ruhe aus", erinnert sich Bernd.
Jedoch lief nicht alles gut: "Wir hatten einen Unfall im texanischen Nirgendwo." Ein Reifen platzte unterwegs, die Vespa brach aus und kippte samt Heidi und Bernd um. "Zu dem Zeitpunkt wurde es langsam dämmerig. Da habe ich Angst bekommen", gesteht Bernd.
Heidi hielt er vom Gras am Straßenrand fern: "Nicht, dass da noch Klapperschlangen kommen!" Am Ende ging alles glimpflich aus. Die Vespa hatte ein paar Schrammen, Bernd eine verstauchte Schulter. Seine Lehre aus der Misere: "Es geht immer weiter und es ist immer jemand da, der hilft." Und: "Die Schrammen an der Vespa bleiben, weil sie Teil des Abenteuers sind."
Seine Erlebnisse hielt Bernd im Buch "Mit der Vespa um die ganze USA" (Amazon 14,99 Euro) fest. Ein zweites ist in Planung, denn am 15. April startete das Ehepaar die nächste Reise.
Erst geht es nach Marokko, von dort bis zum Nordkap. Reiseeindrücke teilt er zudem auf Instagram. Unser Wunsch für die Reise: Wandersmann, komm' gut an.
Journalisten-Legende reist mit Kulturhauptstadt-Sticker durch die USA
Auf seiner Tour stoppte Bernd Rippert (65) auch in Chemnitz' Partnerstadt Akron im Bundesstaat Ohio.
An der Vespa ein Kulturhauptstadt-Sticker und im Gepäck ein Geschenk und ein Brief von Sven Schulze (54, SPD) für Akrons Bürgermeister Shammas Malik (35, Demokraten).
"Der Brief war relativ wenig zerknittert für den Umstand, dass er vier Monate mit mir umhergefahren ist", lacht Bernd.
Als Geschenk hatte ihm Schulze einen kleinen Nischel mitgegeben. Ziel war es, die Partnerschaft zwischen den Städten zu intensivieren.
Akron habe Bernd an Chemnitz erinnert. "Es ist auch eine ehemalige Industriestadt. Hier hatten sich einmal alle amerikanischen Reifenhersteller angesiedelt." Das erinnerte ihn an die Geschichten von Hartmann und Schönherr.
Titelfoto: Bildmontage: Privat (2), Kristin Schmidt

