Dieser Chemnitzer freut sich über Ameisen in seiner Wohnung

Chemnitz - Sebastian Brück (30) aus Chemnitz hat Ameisen in der Wohnung. Freiwillig. Seit der Kindheit faszinieren ihn die emsigen Tierchen. Mittlerweile hält er zwischen 25 und 30 verschiedene Arten.

Sebastian Brück (30) zeigt ein Ameisen-Terrarium.
Sebastian Brück (30) zeigt ein Ameisen-Terrarium.  © Sven Gleisberg

Seine erste Ameisenkönigin, eine Schwarze Weg-Ameise, bestellte er im Alter von etwa elf Jahren. "Ich habe damals mehr Versand als den eigentlichen Preis für die Ameise bezahlt", erinnert er sich. "Ich habe mir dann aus Gips und Streichholzschachteln eine Form gebaut und Nester ausgegossen."

Mittlerweile hält Brück seine Emsen in teils naturnahen Terrarien und Nestern, die er selbst modelliert und am 3-D-Drucker ausdruckt. Eine Zucht betreibt er nicht, denn: "Ameisen kann man nicht züchten. Die brauchen halt extrem spezielle Bedingungen, um sich fortzupflanzen. Die kannst du zu Hause oder im Labor nicht replizieren."

Besonders fasziniert Brück das Gewusel in den Behältern auf seinen Regalen: "Sei es der Nestausbau, das Säubern, Futter besorgen, Brut aufziehen, Königin versorgen. Diese Ordnung in der Unordnung finde ich extrem spannend. Ständig ist irgendwas los."

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Doch manchmal sind auch Ameisen faul: "Sie tun aktiv so, als würden sie etwas machen, nur um zu umgehen, dass sie was tun müssen."

Nahaufnahme einer Rotrückigen Sklavenameise.
Nahaufnahme einer Rotrückigen Sklavenameise.  © imago/Star-Media
Wenn es etwas zu essen gibt, werden die Ameisen besonders aktiv.
Wenn es etwas zu essen gibt, werden die Ameisen besonders aktiv.  © Sven Gleisberg
Die Nester für die Ameisen druckt Brück selbst im 3-D-Drucker und bietet sie in seinem Online-Shop an.
Die Nester für die Ameisen druckt Brück selbst im 3-D-Drucker und bietet sie in seinem Online-Shop an.  © Sven Gleisberg

Das macht Sebastian, damit die Ameisen nicht abhauen

Mit einer Pinzette füttert Sebastian Brück seine Ameisen-Kolonien.
Mit einer Pinzette füttert Sebastian Brück seine Ameisen-Kolonien.  © Sven Gleisberg

Damit die Ameisen nicht abhauen, gibt es einen Ausbruchsschutz: "Es gibt eine Ölschicht, da kommen die nicht drüber. Bei anderen nutze ich eine Barriere aus Talg. Wenn sie versuchen, da drüberzukrabbeln, dann bröselt der Talg ab und sie fallen runter."

Der Trick funktioniert jedoch nicht bei allen Arten: "Manche sind ein bisschen 'hardcore'. Die juckt weder Öl noch Talg. Wenn es sein muss, legen sie auch eine Spur durch das Öl mit toten Ameisen, bis sie darüberkommen."

Brück stört, dass die cleveren Krabbeltiere als lästiges Ungeziefer abgestempelt werden. "Die Insekten sind absolut wichtig für uns. Sie belüften Waldboden, fressen Schädlinge und halten Pflanzen sauber."

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Bei Schädlingen zieht er jedoch die Grenze: "Da soll man radikal durchgreifen. Und ich bin absolut gegen invasive Arten." Diese betrieben Inzucht und vermehren sich rasend schnell. "Die sollte man nur für Forschungszwecke und unter besonderen Auflagen halten."

Weitere Infos gibt's unter sebas-antorium.de.

Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/STAR-MEDIA, Sven Gleisberg (2)

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