Dieses Chemnitzer Start-up boomt auch in Corona-Zeiten

Chemnitz - Weltweit sucht das Team der Gewürzmanufaktur "Direkt vom Feld" nach Produkten. Die Kunden danken es ihnen und bescherten dem Unternehmen aus Chemnitz ausgerechnet zu Pandemie-Zeiten eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte.

"Direkt vom Feld"-Chef Richard Friedrich (32) hatte mit seiner Geschäftsidee den richtigen Riecher.
"Direkt vom Feld"-Chef Richard Friedrich (32) hatte mit seiner Geschäftsidee den richtigen Riecher.  © Uwe Meinhold

Beim Interview im "Direkt vom Feld"-Sitz auf dem Brühl erzählen Richard Friedrich (32) und Theresa Mende (30) mehr als bescheiden von ihrer Unternehmens-Historie.

Doch tiefstapeln muss hier niemand, das zeigen die Zahlen: 2016 von Richard in einer Garage gegründet, mauserte sich "Direkt vom Feld" zum Vorzeige-Unternehmen.

Auf der Suche nach fair und nachhaltig angebauten Gewürzen reisten Richard und Theresa um die Welt und lernten die Erzeuger vor Ort persönlich kennen. Aktuell steht das Team mit 20 Produzenten aus Sri Lanka, Griechenland oder Mallorca in Kontakt.

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2021 zogen Lager, Produktion und Logistik in 610 qm große Räumlichkeiten auf der Straße der Nationen. Dringend nötig, denn allein im Vorjahr kauften 1970 Kunden in der Gewürz-Manufaktur auf dem Brühl ein.

14.070 Pakete wurden verschickt. Verkaufsschlager: Küchen-Alleskönner wie Pfeffer und Salz.

Ob Zimt, Vanille, Muskatnuss oder Kurkuma: Das Team weiß genau, wo seine Gewürze herkommen.
Ob Zimt, Vanille, Muskatnuss oder Kurkuma: Das Team weiß genau, wo seine Gewürze herkommen.  © Uwe Meinhold
Bei der Paprika-Ernte auf Mallorca packte Richard mit an.
Bei der Paprika-Ernte auf Mallorca packte Richard mit an.  © Direkt vom Feld

"Wer einmal den Unterschied zwischen Supermarkt-Gewürz und Urwaldpfeffer schmeckt, kommt wieder"

Für den Verkaufsschlager Urwaldpfeffer reisten Theresa und Richard extra nach Indien.
Für den Verkaufsschlager Urwaldpfeffer reisten Theresa und Richard extra nach Indien.  © Direkt vom Feld

"Wer einmal den Unterschied zwischen Supermarkt-Gewürz und Urwaldpfeffer schmeckt, kommt wieder", so Theresa. 3210 Kilogramm Urwaldpfeffer wurden daher 2021 aus Indien geordert.

"Unsere Erfolgskurve ging in den letzten zwei Jahren steil nach oben. Dafür sind wir dankbar, denn wir haben hautnah erlebt, wie Unternehmen unter Corona kaputtgegangen sind."

Das nächste Ziel: "Unsere Produkte sollen in der Heimat bekannter werden", so Theresa. Dafür soll unter anderem das "Brühl-Dinner", das 2019 von Gastronomen des Viertels veranstaltet wurde, wiederholt werden.

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"Vielleicht dieses Mal mit einer Tafel so lang wie der Boulevard selbst."

Titelfoto: Uwe Meinhold

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