Drohender Kahlschlag in Chemnitz: Für neue Tram-Trasse sollen Bäume und Parkplätze weichen

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Chemnitz - Die Leipziger Straße in Chemnitz soll für die neue Straßenbahntrasse im Rahmen des "Chemnitzer Modells" komplett umgekrempelt werden. Damit sich dort künftig zwei Straßenbahngleise, vier Autofahrspuren sowie Rad- und Fußwege den Platz teilen können, muss die Straße an vielen Stellen deutlich verbreitert werden. Und das hat Folgen: Bäume fallen, Parkplätze verschwinden, Gebäude müssen weichen.

Die Leipziger Straße soll verbreitert werden, damit dort künftig Straßenbahnen fahren können.
Die Leipziger Straße soll verbreitert werden, damit dort künftig Straßenbahnen fahren können.  © Visualisierung/VMS

In der kommenden Woche soll der Stadtrat über die bevorzugte Bauvariante für den Abschnitt zwischen Konkordiapark und Eissportzentrum abstimmen.

Nach den bisherigen Planungen müssten dafür insgesamt mehr als 300 Bäume entlang der Leipziger Straße gefällt werden - unter anderem am Rand des Küchwaldes. Die Anzahl der Ersatzpflanzungen werde erst in den nächsten Planungsstufen festgelegt, so VMS-Sprecher Falk Ester (57).

"Angestrebt ist ein einheitlicher Allee-Charakter mit Baumpflanzungen zu beiden Seiten der Leipziger Straße." Zusätzlich sollen neue Bäume an den Haltestellen für Schatten sorgen.

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Der Naturschutzbund Chemnitz-Erzgebirge sieht die Fällungen kritisch. Der Ausbau des ÖPNV werde zwar begrüßt, aber "aus unserer Sicht ist jeder gefällte Baum über 30 Jahre ein Schaden an den kommenden Generationen", sagt Verbandschef Ben Fleischer (25).

Gerade angesichts zunehmender Hitze und Trockenheit sei es wichtig, jede Schatten- und Kühlquelle zu erhalten.

Laut VMS-Sprecher Falk Ester (57) könnten nicht nur Bäume gefällt, sondern auch neu gepflanzt werden.
Laut VMS-Sprecher Falk Ester (57) könnten nicht nur Bäume gefällt, sondern auch neu gepflanzt werden.  © Kristin Schmidt
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NABU-Regionalchef Ben Fleischer (25) kritisiert die Baumfällungen.
NABU-Regionalchef Ben Fleischer (25) kritisiert die Baumfällungen.  © Kristin Schmidt

Auch Parkplätze sollen verschwinden

Auf Höhe der Gottfried-Keller-Straße entfallen laut Planungen Parkplätze an der Leipziger Straße. Auch Bäume müssen dort dran glauben.
Auf Höhe der Gottfried-Keller-Straße entfallen laut Planungen Parkplätze an der Leipziger Straße. Auch Bäume müssen dort dran glauben.  © frank schneider

Doch nicht nur Bäume stehen im Weg: Für die Trassen müssen laut Ester voraussichtlich zwei Gebäude weichen, eines davon steht bereits leer.

Und auch beim Parken wird es eng: Die Stellplätze am "Schlosscarrée" zwischen Salz- und Winklerstraße würden nach der aktuellen Planung vollständig wegfallen. Gleiches gilt für die Parkplätze auf der gegenüberliegenden Straßenseite zwischen Konrad- und Winklerstraße.

Unterm Strich stehen in der Vorzugsvariante entlang der Bauroute rund 200 Stellplätze weniger zu Buche.

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"Im Rahmen der weiteren Planungsschritte wird geprüft, welche Stellplätze verlegt werden können, und für welche Stellplätze im Umfeld Ersatz geschaffen werden könnte", so Ester.

Ein erster Ersatz ist auf Höhe der Glauchauer Straße geplant: Dort soll ein Parkplatz mit etwa 42 Stellplätzen entstehen.

Titelfoto: frank schneider

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