Einfach ausgesetzt! Schwer kranker Welpe findet neues Zuhause in Chemnitz

Chemnitz - Was für ein schockierender Anblick: Unbekannte hatten einen acht Wochen alten Hundewelpen ausgesetzt. Das schwer kranke Tier wurde in einem halb toten Zustand gefunden. Sandra Kolliski (48) von der Tierrettung Chemnitz päppelt ihn jetzt wieder auf.

Dackelwelpe "Bolle" fühlt sich wieder pudelwohl. Bei Sandra Kolliski (48) fand er ein neues Zuhause.
Dackelwelpe "Bolle" fühlt sich wieder pudelwohl. Bei Sandra Kolliski (48) fand er ein neues Zuhause.  © Uwe Meinhold

So etwas hat Tierfreundin Sandra Kolliski noch nicht erlebt: "Das war der erste Fall dieser Art. Wir haben viele entlaufene Hunde, auf die wir aufmerksam gemacht werden. Aber einen Welpen in solch einem Zustand auszusetzen, hatten wir noch nicht."

Als am 7. Oktober Spaziergänger in einem Wald in der Nähe der Autobahn 72 bei Hartmannsdorf ein leises Wimmern hörten, war der kleine "Bolle" übersät mit Fliegeneiern, abgemagert und voller Entzündungen.

Zudem soll er derart unterkühlt gewesen sein, dass das Herzthermometer gar keine Temperatur mehr anzeigte.

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Noch am selben Tag wurde der Welpe zum Tierarzt gebracht. Dort wurden die Fliegeneier abgelesen, die Ohren gesäubert. Darüber hinaus bekam "Bolle" eine Infusion, Antibiotika und Mittel gegen Parasitenbefall.

"Dennoch stehen weitere Untersuchungen und Impfungen an. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass er die Autoimmunerkrankung Lupus hat", so Sandra Kolliski.

"Bolle" wurde völlig verwahrlost von Spaziergängern im Wald gefunden.
"Bolle" wurde völlig verwahrlost von Spaziergängern im Wald gefunden.  © Tierrettung Chemnitz
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"Bolle" wohnt jetzt bei "Radio Chemnitz"-Moderator Karsten Kolliski und seiner Familie

Einsatz in höchster Not: Der tapfere Dackel überlebte.
Einsatz in höchster Not: Der tapfere Dackel überlebte.  © Tierrettung Chemnitz

Der Name "Bolle" ist übrigens durch ein Sprichwort entstanden, weil er "bei uns zu Hause fraß wie Bolle". Der Hund bleibt jetzt in der Familie von Sandra und ihrem Mann, dem "Radio Chemnitz"-Moderator Karsten Kolliski. Die Polizei wurde über den Fall informiert, allerdings sei die Aufklärungsquote schlecht.

Wie sollen Passanten sich verhalten, wenn man ein anscheinend ausgesetztes oder verwahrlostes Tier findet?

"Man sollte nie selbstständig handeln, sondern in jedem Fall die Tierrettung anrufen, auch weil sie die rechtlichen Schritte kennt und weiß, was zu tun ist", rät Sandra Kolliski.

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Infos zum Verein Tierrettung Chemnitz, zur Notrufnummer und Spenden gibt's unter www.tierrettung-chemnitz.de.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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