Entsetzen in Chemnitz: Nächste Woche geht das Licht im Congress Hotel aus

Chemnitz - Jetzt ist es offiziell: Das Congress Hotel in Chemnitz schließt bereits nächste Woche!

Das 97 Meter hohe Congress Hotel schließt zum 31. Januar.
Das 97 Meter hohe Congress Hotel schließt zum 31. Januar.  © Kristin Schmidt

Das bestätigt die Betreibergesellschaft GCH Hotel Group auf Nachfrage: "Die Geschäftsführung hat entschieden, den Betrieb des Hotels zum 31. Januar einzustellen." Gründe nennt das Unternehmen weiterhin nicht.

Auch die Vorwürfe der Gewerkschaft NGG bleiben im Raum stehen. Diese hatte kritisiert, das Traditionshaus sei nicht nachhaltig geführt worden.

Für das Rathaus kam die Nachricht ähnlich überraschend wie für viele Chemnitzer: Das Hotel sei "als Partner der Initiative 'ChemnitzCity' in regelmäßige städtische Kommunikationsformate eingebunden", heißt es. "Gleichwohl hat die Stadt Chemnitz bislang keine offizielle Information zur Schließung erreicht."

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Aktuell suche man das Gespräch mit dem Eigentümer, um Perspektiven, Nachnutzungsoptionen und mögliche Unterstützung auszuloten.

Laut Gewerkschaft befindet sich das Gebäude nicht im Besitz der Hotelkette, sondern gehört dem Finanz- und Immobilienunternehmen "Aroundtown SA", einem multinationalen Branchenriesen mit Sitz in Luxemburg.

Ein Frühstück im Panoramarestaurant des Congress Hotels ist nur noch wenige Tage möglich.
Ein Frühstück im Panoramarestaurant des Congress Hotels ist nur noch wenige Tage möglich.  © Kristin Schmidt

Die Stadt hätte früher einbezogen werden müssen

CDU-Fraktions-Chef Tino Fritzsche (64) kritisiert das Vorgehen des Betreibers.
CDU-Fraktions-Chef Tino Fritzsche (64) kritisiert das Vorgehen des Betreibers.  © Kristin Schmidt

Im Stadtrat sorgt die Schließung für Empörung: BSW-Fraktions-Chefin Jeannette Wilfer (35) spricht von einem "absoluten Skandal".

Auch Tino Fritzsche (64, CDU) kritisiert das Vorgehen des Betreibers: Angesichts der Bedeutung des Gebäudes hätte die Stadt frühzeitig einbezogen werden müssen.

"Als gebürtige Karl-Marx-Städterin bricht es mir das Herz", sagt Linken-Chefin Susanne Schaper (48). Ein wichtiger Standort für Tourismus und Wirtschaft falle weg, zugleich drohe ein stadtbildprägendes Ensemble leerzustehen.

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Volker Dringenberg (53, AfD-Ratsfraktion) sieht die Schließung als Warnsignal dafür, dass die Branche nicht an nachhaltige Effekte des Kulturhauptstadt-Jahres glaube. "Ebenso ist zu prüfen, welche Auswirkungen die Schließung auf den Betrieb der direkt verbundenen Stadthalle hat."

Es müssen Ideen gesammelt werden, wie es mit dem Hotel weitergehen kann, fordert Susanne Schaper (48, Linke).
Es müssen Ideen gesammelt werden, wie es mit dem Hotel weitergehen kann, fordert Susanne Schaper (48, Linke).  © Sven Gleisberg
Volker Dringenberg (53, AfD) sieht die Schließung als Warnsignal.
Volker Dringenberg (53, AfD) sieht die Schließung als Warnsignal.  © Sven Gleisberg

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Sachsen (DEHOGA) ist nicht überrascht: Hotelschließungen seien bei den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht ungewöhnlich. "Es ist aber wichtig, dass es eine Lösung gibt - vor allem für die Mitarbeiter", betont der Verband.

Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt (2), Sven Gleisberg (2)

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