Große Ernüchterung in Chemnitz: Kein Cent von der Sportmilliarde
Chemnitz - Ernüchterung nach der ersten Vergaberunde für die Sportmilliarde des Bundes: Für keines der fünf eingereichten Chemnitzer Vorhaben gibt es Geld aus diesem Fördertopf. Für die ersten 333 Millionen Euro waren Wunschprojekte mit einem Volumen von 7,5 Milliarden Euro eingegangen.
Chemnitz hatte sich mit zwei Kunstrasenplätzen, der Sanierung der Kältetechnik im Jutta-Müller-Eissportzentrum sowie der Sporthallen am Schlossteich und der SG Adelsberg für die begehrten Zuschüsse beworben.
"Eine Hiobsbotschaft für den Chemnitzer Sport", sagt FDP-Stadträtin Yvonne Kilian (47) und kündigt an: "Wir werden nach dieser Entscheidung beim Sondervermögen genau hinschauen, ob sich die Priorisierung dort in Richtung Sport verschieben sollte."
Für AfD-Stadtrat Nico Köhler (49) ist die ausbleibende Förderung der Chemnitzer Sportinvestitionen ein "Beispiel dafür, wie massiv der Bedarf in den Kommunen und wie unzureichend die tatsächliche Förderung ausfällt".
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Auch Stadtsportbund enttäuscht
Enttäuschung herrscht auch beim Stadtsportbund: "Sehr ärgerlich, dass wir in der ersten Tranche nicht dabei waren", sagt Geschäftsführer Daniel Fugmann (46) und spricht angesichts der Sportmilliarde vom "Tropfen auf den heißen Stein".
Der Stadtsportbund-Chef zieht dafür den Vergleich zum neuen städtischen Sportentwicklungsplan bis 2035, der bis Herbst fertig sein soll.
"Dort wird es um einen Investitionsbedarf in dreistelliger Millionenhöhe gehen. Heißt: Chemnitz könnte die 333 Millionen Euro, die jetzt vergeben wurden, allein investieren und jeder Euro wäre gut angelegt."
Das zweite Drittel der Sportmilliarde soll im Herbst vergeben werden.
Titelfoto: Bildmontage: Ralph Kunz, Kristin Schmidt
