Chemnitz - Chemnitz rüstet auf - zumindest auf dem Papier. In den Haushalten liegen immer mehr Waffen.
Nach einer jetzt veröffentlichten Rathaus-Statistik waren es im vergangenen Jahr mehr als 5100 (2019: gut 4800). Die Zahl der Waffenscheine stieg ebenfalls: von knapp 1000 (2019) auf über 1150 (2025).
Und während die Statistik nach oben zeigt, wirkt die Kontrolle wie ein Feigenblatt: 2025 gab es gerade mal sieben Kontrollen, gleichzeitig wurden insgesamt 121 Verstöße gegen das Waffengesetz registriert - so viele wie noch nie.
Genau das bringt Linken-Fraktions-Chefin Susanne Schaper (48) auf die Palme.
"Wenn man das in Relation setzt, zeigt das doch, dass die Stadt hier mehr tun müsste."
Schaper: "Sicherheit beginnt mit Prävention"
Ihr Kernpunkt: nicht erst reagieren, wenn's knallt, sondern vorher prüfen. "Sicherheit beginnt mit Prävention, und dazu gehören auch regelmäßige Kontrollen der Waffenbesitzer durch das Ordnungsamt."
Schaper sieht dafür vor allem ein Problem im Rathaus: "Hier zeigt sich mal wieder die verfehlte Personalpolitik der Stadtspitze. Nur wenn es genügend Mitarbeiter in den zuständigen Behörden gibt, können solche Pflichtaufgaben regelmäßig durchgeführt werden."
Nach städtischen Zahlen sind seit 2023 im Sachgebiet Waffenrecht gerade mal zwei Sachbearbeiter tätig, deren Stellen zudem aufgeteilt sind.
Schaper will dabei keinen Generalverdacht gegen jeden, der im Verein schießt. "Natürlich soll es nicht zu einer Gängelung der Sportschützen kommen, sondern es sollen vor allem die in den Blick genommen werden, die sich eine Waffe aus Verteidigungsgründen angeschafft haben."