Chemnitz - "Ist Luisa hier?" Vielen ist dieser Code aus Discos oder Nachtclubs bekannt. Doch in einigen Regionen findet er auch in Schwimm- und Freibädern Anwendung, wie zum Beispiel in Wiesbaden. Wie sieht das in Chemnitz aus?
Die Sommerferien stehen vor der Tür und für alle, die nicht in den Urlaub fahren, stehen lange Tage in einem der Chemnitzer Freibäder oder am Stausee bevor. Doch mitunter kommt es hier zu ungewollten Belästigungen.
Der Code "Ist Luisa hier?" findet allerdings in keinem der Chemnitzer Bäder Anwendung. Auf TAG24-Nachfrage teilte die Stadt mit, dass in jedem Schwimm- und Freibad geschultes Personal im Einsatz sei, um einen sicheren und störungsfreien Badebetrieb zu gewährleisten. Dabei gehe es um die Beckenwasseraufsicht und das Durchsetzen der Haus- und Badeordnung. Das Personal ist aber immer ansprechbar und präsent.
"Wenn es zu Vorfällen kommt, werden diese grundsätzlich zur Anzeige gebracht und, wenn möglich, die Täter mit entsprechender Unterstützung der Sicherheitsdienstleister oder mit Unterstützung der Polizei vor Ort gestellt", so eine Stadtsprecherin.
Eine Statistik, ob und wie oft es in den vergangenen Jahren zu Belästigung in den städtischen Freibädern gekommen ist, habe die Stadt nicht.
Hilfe gibt es bei Rettungsschwimmern und Mitarbeitern
Am Stausee Rabenstein ist das Konzept von "Ist Luisa hier?" grundsätzlich bekannt, eine Einführung war bislang jedoch kein Thema.
"Die Sicherheit unserer Gäste hat für uns oberste Priorität. Wer sich am Stausee unwohl fühlt, bedrängt wird oder Hilfe braucht, kann sich jederzeit an unsere Rettungsschwimmer und Mitarbeiter wenden. Unser Team ist aufmerksam, ansprechbar und hilft schnell und unkompliziert weiter", verspricht Sascha Brandt, Geschäftsführer der Eissport und Freizeit GmbH Chemnitz, zu der auch der Stausee gehört.
Fälle von Belästigung oder ähnlichen Vorfälle seien am Stausee Rabenstein bislang nicht bekannt.
Der Code geht auf eine Initiative des Frauen-Notrufs Münster zurück. Ins Leben gerufen wurde sie 2016 als diskreter Hilferuf in Bars, Clubs oder bei Veranstaltungen, wenn sich Frauen und Mädchen belästigt oder bedrängt fühlen. Oftmals haben Einrichtungen Hinweise an Türen, Toiletten oder Theken mit dem Logo "Luisa ist hier!".
Die Kampagne ist inzwischen auch in Österreich und der Schweiz bekannt. Insgesamt nehmen mehr als 500 Locations daran teil. Der Code kann nicht nur von Frauen genutzt werden, sondern auch von Männern, die sich belästigt fühlen.