Kleiner als ein Schreibheft: Das ist das kleinste Grundstück von Chemnitz

Chemnitz - Wo kommt denn dieser Schnipsel her? Die Fläche ihres Grundstückes beschäftigt wegen der anstehenden Grundsteuer-Reform aktuell viele Chemnitzer. Nicht bei allen Eigentümern geht es dabei um große Flächen - das kleinste Flurstück der Stadt ist nicht mal so groß wie ein Schreibheft!

So klein wie das Papierdreieck, das Ivo Partschefeld (44) in der Hand hält, ist das kleinste Flurstück von Chemnitz.
So klein wie das Papierdreieck, das Ivo Partschefeld (44) in der Hand hält, ist das kleinste Flurstück von Chemnitz.  © Maik Börner

"Es misst gerade mal 50 Quadratzentimeter und liegt an der Hofer Straße im Ortsteil Mittelbach, nicht weit von einem Glascontainer", sagt Ivo Partschefeld (44), der sich als Vermessungstechniker nicht nur beruflich, sondern für seinen YouTube-Kanal (PyQGIS) auch zum Vergnügen mit geotechnischen Daten befasst.

"Entstanden ist das kleinste Flurstück wahrscheinlich irgendwann durch Grundstücksteilungen, bei dem es als Rest übrig blieb", vermutet der Vermesser.

Das Mini-Grundstück ist für jeden erschwinglich: Laut Bodenrichtwert beträgt der Wert ganze 35 Cent. Wem es gehört, könnten Kaufinteressenten beim Grundbuchamt erfahren.

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Dort ist auch das größte Chemnitzer Flurstück amtlich eingetragen: der Küchwald mit 87,5 Hektar.

Der Vermessungs-Experte zeigt, wo das Mini-Grundstück seinen Platz hat: neben einer Konifere an der Hofer Straße in Mittelbach.
Der Vermessungs-Experte zeigt, wo das Mini-Grundstück seinen Platz hat: neben einer Konifere an der Hofer Straße in Mittelbach.  © Maik Börner

Chemnitz ist eigentlich größer als amtlich gemessene Fläche

Ein weiteres Paradox, das Partschefeld aufklärt, ist die Tatsache, dass Chemnitz auf dem Weg in die amtlichen Grundbücher offensichtlich "eingelaufen" ist: "Die amtliche Fläche von Chemnitz ist 19 Hektar kleiner als die tatsächliche geografische. Die Abweichung summiert sich aus vielen kleinen Ungenauigkeiten alter Vermessungen. Bei 1135 Flurstücken ist die Abweichung sogar so groß, dass sie im Liegenschaftskataster geändert werden müsste."

Wer Zweifel an seiner Grundstücksgröße hat, kann anhand der Geo-Daten überprüfen, ob Handlungsbedarf besteht.

Ivo Partschefeld hilft Interessenten, denen die Abfrage in Geoinformationssystemen zu aufwendig ist, mit einer Recherche für 39 Euro weiter (info@geodienstleistungen.de).

Titelfoto: Maik Börner

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