Kuriose Plakataktion! So wirbt die "Letzte Generation" um neue Klima-Kleber in Chemnitz

Chemnitz - Zoff um Klimakleber-Werbeveranstaltungen in Chemnitz!

Auf dem Kaßberg hingen am Dienstag mehrere Plakate der "Letzten Generation". Dort wurde auf eine Klimakleber-Werbeveranstaltung aufmerksam gemacht.
Auf dem Kaßberg hingen am Dienstag mehrere Plakate der "Letzten Generation". Dort wurde auf eine Klimakleber-Werbeveranstaltung aufmerksam gemacht.  © Ralph Kunz

An mehreren Hauseingängen auf dem Kaßberg hingen am Dienstag Werbezettel von den Klimaaktivisten der "Letzten Generation". Konkret wurde zu einer Veranstaltung am heutigen Donnerstag ins "Weltecho" und am 12. März zu einem Vortrag ins "Lokomov" eingeladen.

Unter dem Motto "Warum du Klimakleber*in werden solltest" wird zu den Veranstaltungen gerufen. Bedeutet: Dort sollen offenbar Menschen überzeugt werden, sich fürs Klima auf die Straße zu kleben und damit möglicherweise Straftaten zu begehen!

"Lokomov"-Chef Lars Faßmann (46) steht hinter der Veranstaltung. Für ihn ist der Vortrag eine Diskussions-Veranstaltung. Der 46-Jährige findet es richtig, etwas gegen den Klimawandel zu tun.

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Dass die Aktivsten sich beispielsweise durch Sachbeschädigung strafbar machen, weiß er, sagt aber: "Da muss man sich die Frage stellen, ob CO₂ in die Luft blasen nicht auch Sachbeschädigung ist."

Das "Weltecho" stand TAG24 bisher nicht für ein Statement bereit.

Die Werbeplakate hingen an mehreren Haustüren.
Die Werbeplakate hingen an mehreren Haustüren.  © Ralph Kunz
"Lokomov"-Chef Lars Faßmann (46) findet es gut, dass sich junge Menschen fürs Klima einsetzen.
"Lokomov"-Chef Lars Faßmann (46) findet es gut, dass sich junge Menschen fürs Klima einsetzen.  © Kristin Schmidt
Immer wieder blockieren Klimaaktivisten der "Letzten Generation" Straßen in Deutschland. Viele Autofahrer haben dafür kein Verständnis.
Immer wieder blockieren Klimaaktivisten der "Letzten Generation" Straßen in Deutschland. Viele Autofahrer haben dafür kein Verständnis.  © Jörg Carstensen/dpa
Die Aktivisten kleben sich auf der Straße fest, damit sie nicht so schnell weggetragen werden können.
Die Aktivisten kleben sich auf der Straße fest, damit sie nicht so schnell weggetragen werden können.  © Nadine Weigel/dpa

Scharfe Kritik von CDU und AfD an Klimakleber-Werbeveranstaltung

Im Chemnitzer "Weltecho" soll eine der zwei Klimakleber-Veranstaltungen stattfinden.
Im Chemnitzer "Weltecho" soll eine der zwei Klimakleber-Veranstaltungen stattfinden.  © Uwe Meinhold

Von einer gezielten Werbeaktion will auch SPD-Chef Sebastian Reichelt (37) nicht sprechen. "Im Weltecho wird ein Film über junge Aktivist*innen gezeigt. Danach gibt es einen Vortrag der 'Letzten Generation' mit anschließendem Streitgespräch", sagt er.

Der Diskurs sei ein demokratischer Akt und ein gutes Mittel der Auseinandersetzung. Dass Straßen blockiert und Gebäude beschmiert werden, findet Reichelt allerdings völlig daneben.

Die Chemnitzer CDU-Fraktion hält nichts von den Klimakleber-Veranstaltungen in Chemnitz. Die Aktivisten würden durch ihre Klebe-Aktionen lebensbedrohliche Situationen herbeiführen.

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"Die Betreiber des 'Weltechos' und des 'Lokomov' sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie einer Vereinigung, die Rechtsverletzungen zur Umsetzung ihrer Ziele als illegales Mittel einsetzt und das auch öffentlich propagiert, eine Bühne bietet", schimpfen die Christdemokraten.

Dr. Volker Dringenberg (50, AfD) ist ebenfalls sauer. Er nennt das "Weltecho" und das "Lokomov" Vereine, "welche Straftäter hofieren".

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Kommentar von Fabian Windrich

Für das Klima auf die Straße gehen und zu demonstrieren - das ist ein wichtiges Recht in unserer Demokratie. Den Straßenverkehr zu blockieren, Kunstwerke oder Parteizentralen mit Farbe zu attackieren, geht eindeutig weit!

Zumal dabei nicht nur Sachbeschädigungen begangen werden - bei einem bewusst provozierten Stau kann es auch zu lebensgefährlichen Situationen kommen, beispielsweise, wenn Rettungskräfte feststecken.

Daher finde ich es skandalös, dass das "Weltecho" und das "Lokomov" diese Werbeaktion unterstützen und damit Menschen zu möglichen Straftaten angestiftet werden. Auf den Plakaten ist eindeutig zu lesen, dass es um gezieltes Anwerben geht - von einer Diskussion ist nicht die Rede.

Aus diesem Grund sollten sich beide Veranstalter von einer Anwerbe-Aktion distanzieren oder die Veranstaltung absagen.

Titelfoto: Nadine Weigel/dpa, Ralph Kunz

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