Mieten-Wahnsinn in deutschen Großstädten, doch Chemnitz tanzt aus der Reihe
Chemnitz - Eine bezahlbare Wohnung finden - für viele Deutsche ist die Suche ein wahrer Albtraum. In zahlreichen Großstädten sind die Mieten in den vergangenen Jahren explosionsartig angestiegen. Teilweise müssen Mieter fast 40 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen einplanen. Nicht so in Chemnitz - hier sind Mietwohnungen für die meisten Menschen noch bezahlbar.
Während in Städten wie München, Berlin oder Frankfurt immer mehr vom Gehalt für die Miete draufgeht, zahlten Einpersonen-Haushalte in Chemnitz 2024 im Schnitt nur rund 15 Prozent ihres Nettoeinkommens für eine 50-Quadratmeter-Wohnung. Das zeigt eine aktuelle Studie von "DataPulse Research".
Bedeutet konkret: Wer in Chemnitz lebt, hat am Monatsende deutlich mehr von seinem Lohn übrig als in anderen Großstädten. Sachsens drittgrößte Stadt landet damit übrigens auf Platz 2.
Noch günstiger geht's nur noch in der Region Salzgitter (Niedersachsen). Hier geht nur 14,7 Prozent des Nettoeinkommens für eine Wohnung drauf.
Auch Zwickau (16,7 Prozent), der Vogtlandkreis (17 Prozent) und das Erzgebirge (17,8 Prozent) haben im Deutschland-Vergleich eine geringe Mietbelastung.
Zum Vergleich: In der Region München, Berlin, Frankfurt oder Hamburg müssen Mieter im Schnitt deutlich mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens fürs Wohnen hinblättern. Noch schlimmer: Die Tendenz geht aktuell klar in Richtung 40 Prozent!
Günstige Mieten in Chemnitz und Umgebung: Warum ist das so?
Aber warum ist es in Chemnitz und Umgebung so günstig? Viele der billigen Regionen sind ehemalige Industriezentren oder liegen sehr ländlich. "Es handelt sich dabei nicht um klassische Pendlergürtel von Großstädten oder Orte mit starkem Bevölkerungszuwachs", heißt es in der Studie.
Dazu kommt: In einigen dieser Regionen gibt es ein negatives Bevölkerungswachstum. Heißt: weniger Menschen, mehr verfügbarer Wohnraum. Das führt unweigerlich zu günstigeren Mieten.
So auch in Chemnitz. Eine Prognose zeigt: Bis 2035 wird Chemnitz schrumpfen. Im besten Fall nur um 1000. Im schlechtesten Szenario schrumpft die Einwohnerzahl im Jahr 2035 auf 227.500.
Bedeutet: Ein explosiver Anstieg der Mieten, wie in München oder Berlin, ist sehr unwahrscheinlich.
Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt, Monika Skolimowska/dpa, Ralph Kunz

