Nach 30 Jahren: Chemnitzer Parkeisenbahn-Chef dampft in den Ruhestand
Chemnitz - Nach 30 Jahren verlässt ein Aushängeschild der Chemnitzer Parkeisenbahn den Führerstand: Dietmar Holz (65), kaufmännischer Geschäftsführer der kleinen Bahn im Küchwald, geht von Bord. Holz war nicht nur Zahlenmann, Organisator und Mitgestalter, sondern für viele auch Moderator, Antreiber und Parkbahn-Botschafter mit Bühnenpräsenz.
Sein Rückblick klingt nicht nach Wehmut, sondern nach tiefer Zufriedenheit. "Auch wenn ich 1995 eher ungeplant zur Parkeisenbahn gekommen bin, bereue ich keinen Tag dieser langen Zeit", sagt Holz über seine Gefühle zum Abschied.
Besonders wichtig sei ihm der Zusammenhalt gewesen: "Vor allem konnte ich immer auf ein tolles Team bauen, das auch in schwierigen Zeiten stets mit Elan bei der Sache war."
In drei Jahrzehnten hat sich im Küchwald viel getan: das neue Bahnbetriebswerk, das erweiterte Bahnhofsgebäude oder Handhebeldraisine und Schienentrabi.
Zu den dunkelsten Momenten seiner Amtszeit zählen der Anschlag von 2008, als Unbekannte einen Baum ins Gleis legten und eine voll besetzte Lok entgleiste. Außerdem der Grubenbahn-Unfall von 2013, bei dem sechs Kinder verletzt wurden.
Doch die Parkbahn fährt nicht nur im Kreis. Sie lebt von Geschichten, Familien und Festen. "Das war auch ein Schwerpunkt meiner Arbeit", sagt Holz. Ballonfest, Märchennacht und Maskottchentreffen kamen in seiner Zeit dazu. Den Text des Maskottchenliedes schrieb Holz selbst.
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
- Lokale Nachrichten aus Chemnitz & Umgebung
- Exklusive Hintergrundberichte
- Jederzeit abbestellbar
Technischer Geschäftsführer: "Dietmar Holz war immer eine Stütze"
Für den technischen Geschäftsführer Tim Zolkos (47) ist klar: Holz war mehr als ein Kollege. "Er ist eine Institution bei uns", sagt Zolkos. Über die langen Jahre sei Holz "immer eine Stütze" gewesen und habe die Parkbahn "ordentlich nach außen vertreten".
Nun muss Zolkos allein mehr schultern. Einen direkten Nachfolger für Holz gibt es nicht. Die kaufmännische Seite wird künftig ebenfalls bei ihm liegen. Eine zusätzliche Stelle werde "aus finanziellen Gründen" nicht neu besetzt.
Große Prestige-Träume kündigt Zolkos nicht an. Seine wichtigste Aufgabe klingt bodenständig: "Das große Projekt der heutigen Zeit ist einfach, die Bahn in ihrer jetzigen Form ordentlich zu erhalten", sagt er. "Das wird genug Kraft kosten."
Dietmar Holz bleibt der Parkeisenbahn als Mitglied des Fördervereins erhalten.
Titelfoto: Ralph Kunz

