Chemnitz - Deutschland steht nach dem schrecklichen Anschlag auf den CSD in Berlin unter Schock. Ein Mann fuhr mit einem Transporter in eine Menschenmenge. Eine junge Frau starb, mehrere Menschen wurden verletzt. Viele Chemnitzer dürften sich nun fragen: Wie hoch ist die Gefahr eines solchen Anschlages in Sachsens drittgrößter Stadt? TAG24 fragte beim Landeskriminalamt (LKA) Sachsen nach.
"Grundlegend unterscheidet sich die Bedrohungslage für die Stadt Chemnitz nicht von der anderer urbaner Bereiche in Deutschland", teilt ein LKA-Sprecher mit.
Das Landeskriminalamt verweist auf das Bundeskriminalamt (BKA), das die Gefahr bundesweit als "anhaltend hoch" einstuft. "Dieser Einschätzung wird von hier uneingeschränkt gefolgt", so das LKA.
Heißt im Klartext: Egal ob Berlin, Dresden oder eben Chemnitz - die Gefahr wird überall als "hoch" angesehen.
Dass es auch in Sachsen mögliche Täter gibt, zeigt ein Polizeieinsatz am Mittwochabend. In Zwickau stürmte das Spezialeinsatzkommando (SEK) eine Wohnung.
Wie "BILD" berichtet, soll ein 13-jähriger Syrer im Netz mit einem Anschlag gedroht haben. Daraufhin kam es zum Zugriff.
Anzahl an islamistischen Gefährdern in Chemnitz nicht bekannt
TAG24 hakte beim LKA Sachsen nach: Wie viele islamistische Gefährder gibt es aktuell in Chemnitz? Eine konkrete Antwort blieb aus.
Das LKA verwies auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Carsten Hütter (62, AfD). Er fragte Anfang des Jahres, wie viele sogenannte "Gefährder" es in Sachsen gebe. Die Regierung beantwortete diese Frage nicht. Begründung: Man wolle die verdeckten polizeilichen Ermittlungen nicht gefährden.
Für das gesamte Bundesgebiet gibt es hingegen Zahlen.
Das BKA zählte Stand 1. Januar 2026 insgesamt 446 Gefährder, dazu 453 sogenannte "Relevanten Personen". Letztere kommen als Unterstützer für mögliche Anschläge in Betracht.