Chemnitz - Hässliche Szenen beim Christopher Street Day (CSD) am Samstag in Chemnitz: Aus einem Wohnhaus wurden Eier auf die Demo geworfen. Ein Rollstuhlfahrer wurde dabei leicht verletzt. Die Grünen verurteilen die Attacke und fordern Aufklärung.
"Durch die willkommene und offene Atmosphäre des CSDs wurde unsere Stadt am Wochenende zu einem Wohlfühlort für queere Menschen. Umso schockierender sind die Berichte über einen Eierwurf auf Demoteilnehmer", sagt Grünen-Stadtrat Joseph Israel (27).
Die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit sei ein hohes Gut, führt der 27-Jährige aus. Damit Menschen weiterhin frei ihre Meinung auf die Straße bringen können, "müssen Polizei und Behörden diesen Vorfall schnellstmöglich aufklären", so Israel.
Die Ermittlungen der Polizei laufen bereits. Diese richten sich gegen einen bislang unbekannten Täter. Die Eier flogen lauf Polizeiangaben aus einem Wohnhaus am Brühl.
Insgesamt sprachen die Beamten gegenüber TAG24 allerdings von einer überwiegend friedlichen Veranstaltung.
Grüne fordern "lückenlose Aufklärung"
Über die Eier-Attacke ist auch Anne Nürnberger, Co-Vorsitzende des Kreisverbandes der Grünen, schockiert. "Angriffe auf queere Menschen sind leider auch im Jahr 2026 keine Ausnahme."
Woher kommt diese Wut? "Häufig liegt die Ursache dafür in einer Angst vor dem Unbekannten und dem Gefühl, dass das vertraute Weltbild mit klaren Geschlechterrollen infrage gestellt wird und damit alte Gewissheiten zu bröckeln drohen", erklärt Nürnberger. Auch sie erwartet eine "lückenlose Aufklärung" des Vorfalls.
Die Veranstalter selbst äußerten sich am Samstagabend ebenfalls zur Eier-Attacke. Sie verurteilten den Angriff deutlich. "Eine Schande und ein Zeichen dafür, dass CSDs immer noch notwendig sind."
Etwa 2000 Demonstranten nahmen an der CSD-Veranstaltung am Samstag in Chemnitz teil - ein neuer Rekord.