Neonazi-Transfrau legt Beschwerde gegen Männerknast-Entscheidung ein
Zeithain/Chemnitz - Seit Mitte Juli sitzt die Neonazi-Transfrau Marla Svenja Liebich (55) im sächsischen Männerknast in Zeithain. Gegen diese Entscheidung geht die 55-Jährige nun juristisch vor. Ihr Ziel: Eine Zelle im Chemnitzer Frauengefängnis.
Auf der Plattform X spricht Liebich von einem "juristischen Großangriff". "Heute geht durch unsere Anwälte das gesamte Konvolut an Beschwerden und Eingaben an das Gericht", teilt die 55-Jährige mit.
Die verurteile Rechtsextremistin berichtet, dass sie im Zeithain-Knast Interesse an Gitarrenunterricht sowie einer Theatergruppe bekundet habe. Doch dafür bleibt laut Ihren Aussagen wohl keine Zeit.
"Ich stellte (...) klar, dass es wahrscheinlich ist, dass ich in Kürze nach Chemnitz zurückgeklagt werde, wohin ich auch gehöre", so Liebich.
Ob die Beschwerde Wirkung zeigt und die 55-Jährige wirklich verlegt wird - unklar. Liebich wurde 2023 - damals noch als Mann - wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu anderthalb Jahren Knast verurteilt.
Danach änderte der Neonazi sein Geschlecht, trat seitdem als Marla Svenja auf, trug Frauenkleidung, lackierte Fingernägel und Lippenstift.
Durch den "Geschlechter-Wechsel" sollte Liebich ihre Haftstrafe in der Chemnitzer Frauen-JVA absitzen. Doch die Gefängnisleitung schickte die 55-Jährige nach Zeithain in den Männerknast.
Liebich berichtet von "Rattenplage" vor Zeithain-Knast
Auf der Plattform X teilt Liebich ihren Gefängnisalltag. Hauptsächlich sei sie in ihrer Zelle, auf einen Hofgang verzichtet sie. Mit anderen Gefangenen habe sie kaum Kontakt. Dafür hätte die 55-Jährige die Möglichkeit für neue Hobbys, beispielsweise Gitarre spielen.
Doch ganz so rosig scheint die Haftanstalt nicht zu sein. Die Rechtsextremistin berichtet von tierischen "Besuchern".
"Andere Gefangene werfen ihren Müll, leere Konservendosen, Fischdosen und alles Mögliche einfach aus dem Fenster. Das Ergebnis ist eine Rattenplage", schreibt sie.
Titelfoto: Bildmontage: Katharina Kausche/dpa, Hendrik Schmidt/dpa