Nach rätselhaftem Ampullen-Fund in Chemnitz: An der alten Russen-Kaserne wächst die Anwohner-Angst

Chemnitz - Der mysteriöse Ampullen-Fund sorgt weiter für Unruhe in Ebersdorf: Gut eine Woche, nachdem hochgiftige und explosive Stoffe auf dem ehemaligen russischen Militärgelände entdeckt wurden, wächst bei den Anwohnern die Sorge. Die gefährlichen Ampullen und Gefäße waren Donnerstag von Experten des LKA kontrolliert gesprengt und verbrannt worden. Aber ist die Gefahr jetzt wirklich gebannt?

In Nähe eines Waldweges auf dem alten Militärgelände wurden hochexplosive Gefäße mit grünlicher Flüssigkeit gefunden.  © Jan Härtel

Anwohnerin Anne (30) hatte die Behälter am 4. Mai in der Nähe eines Waldweges an der Irmtraud-Morgner-Straße entdeckt, als sie mit ihrem Hund spazieren ging. Mithilfe ihres Handys recherchierte sie die Fundstücke und alarmierte die Polizei.

"Nachdem der Hinweis auf eventuell gefährliche Stoffe kam, wählte ich sofort die 110", berichtet Anne. Gegen 16 Uhr trafen die Einsatzkräfte der Feuerwehr ein, um die Ampullen zu begutachten und das Gelände zu sichern.

Generell ist das ehemalige Militärgelände, das 1992 von der Roten Armee völlig verhüllt verlassen wurde, mit Vorsicht zu genießen. Neben Ruinen gibt es auf dem Gelände auch einige offene Schächte sowie Gullys, in denen es mehrere Meter in die Tiefe geht.

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"Wir machen uns hier schon Gedanken. Immer wieder sehen wir Jugendliche, Kinder und auch Sondengänger, die offenbar nach kostbaren Schätzen suchen", berichtet Anwohnerin Kristin S. (35).

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Täglich durchqueren Anwohner mit ihren Hunden das nur 5 Minuten entfernte "Russen-Gelände".  © Jan Härtel
Im Wald erinnern marode Bauten an das ehemalige russische Militärgelände.  © Jan Härtel
Anwohner warnen vor offenen Schächten und Gullydeckel, die nach wie vor ungesichert sind.  © Jan Härtel

Obwohl die Stadt Chemnitz inzwischen Entwarnung gegeben hat, bleiben bei ihr Zweifel: "Man fragt sich schon, ob hier noch weitere gefährliche Stoffe im Boden verborgen sind."

Die Anwohner wünschen sich eine weitere Untersuchung des Geländes. Maßnahmen sind dazu bislang nicht bekannt.

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