Pilsen/Chemnitz - Ausgerechnet ein AfD-Politiker macht sich für die rechtsextreme Transfrau Marla-Svenja Liebich (55) stark. Die 55-Jährige landete nicht wie erhofft im Frauen-, sondern im Männerknast. Obwohl seine Partei das Selbstbestimmungsgesetz abschaffen will, fordert Lars Hünich (AfD), dass die Justiz Liebich als Frau behandeln soll - und ruft sogar zu Spenden auf.
Liebich hatte 2024 das Selbstbestimmungsgesetz der Ampel genutzt - er wechselte seinen Vornamen von Sven auf Marla-Svenja, trat seitdem optisch immer wieder als Frau auf.
Da Liebich zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, folgte eine Ladung in den Chemnitzer Frauenknast. Doch daraus wurde nichts. Nach der Auslieferung aus Tschechien entschied die JVA Chemnitz, die 55-Jährige in den Männerknast nach Zeithain zu bringen.
Der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lars Hünich kritisiert die Entscheidung scharf. In einem Video sagt er: "Marla-Svenja Liebich ist eine eingetragene Frau. Marla-Svenja Liebich laut eigener Aussage fühlte sich schon immer als Frau und möchte als Frau behandelt werden, dann sollte man das auch tun. Ich verstehe nicht, wie diese Justiz Marla-Svenja Liebich jetzt in ein Männergefängnis nach Zeithain bringen kann."
Ein AfD-Politiker, der sich für Transrechte einsetzt? Absolut nicht! Für Hünich ist der Fall Liebich ganz offensichtlich ein Argument gegen das Selbstbestimmungsgesetz. Er bezeichnet dies als "absurd".
"Ich verteidige Marla-Svenja Liebich so vehement, weil sie es geschafft hat, allen diese Absurdität vor Augen zu führen", schreibt Hünich.
So äußerte sich der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lars Hünich:
AfD-Politiker ruft zu Spenden für Liebich-Rechtsstreit auf
Seine Partei tobte bereits 2024 bei der Debatte im Bundestag - auch CDU/CSU und das BSW kritisierten den Geschlechter-Plan. Doch das Gesetz ging mit knapper Mehrheit mit Stimmen von SPD, Grüne, Linken und Teile der FDP durch den Bundestag. Dass ein Neonazi dies ausnutzen würde - damit hätte wohl niemand gerechnet.
Nun will es AfD-Politiker Hünich darauf anlegen. Liebich fühle sich als Frau, sollte daher auch in einen Frauenknast. Der AfD-Politiker ruft sogar öffentlich zu Spenden auf, um den Rechtsstreit zu finanzieren.