Chemnitz - Hier wird aus Schmutz und Fäkalien Energie hergestellt: Der neue Gasspeicher auf dem Gelände der zentralen Chemnitzer Kläranlage wurde am Montag in Betrieb genommen. Zweck des Millionenprojektes ist es, die Abwasserreinigung in Zukunft noch eigenständiger zu gestalten.
Aus Alt mach Neu: Nachdem ein alter Speicher nach über 25 Jahren Dienst 2024 außer Betrieb genommen wurde, hat man in zwei Jahren Bauzeit auf dem Areal der Kläranlage in Borna-Heinersdorf einen neuen Speicher errichtet.
Mit einer Höhe von 15,5 Metern, einem Durchmesser von 27 Metern und einem Fassungsvermögen von 7530 Kubikmetern kann der Bau fast doppelt so viel Energie fassen wie die alte Anlage.
Eins-Chef Roland Warner (62) erläutert das Prinzip der Umwandlung in dem 4,7 Millionen Euro teuren Bau: "Das Gas wird zwischengespeichert, um dann in den Gasmotoren (jeweils 600 kW Leistung) verbrannt zu werden. Diese Motoren können Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen."
Bei einem Blackout bleibt die Abwasserreinigung gewährleistet
So können laut Warner circa 70 Prozent Strom und 88 Prozent Wärme für die Kläranlage selbst erzeugt werden.
Die Produktion zum Eigenbedarf hat allerdings noch einen anderen Vorteil: Falls es zu einem Blackout kommt, bleibt die Abwasserreinigung gewährleistet, da sie unabhängig von anderen Stromnetzen funktioniert.
Laut Planungsingenieur Paul Krippendorf (35) ist der Bau eines weiteren Speichers vorerst nicht geplant: "Ich denke, damit sollten wir für die nächsten 25 Jahre Ruhe haben."