Problem "Catcalling": Hier werden Beschwerden von Frauen angekreidet

Chemnitz - "Ey, geiler Ar***!": "Catcalling" ist ein weit verbreitetes, aber oft verharmlostes Problem. Der Begriff bezeichnet sexuell anzügliche Bemerkungen oder Pfiffe in der Öffentlichkeit. Solches Verhalten ist auch für Frauen in Chemnitz ein Problem.

Erfahrungen wie diese werden auf Instagram angekreidet: "Ich war 13. Er bedrängte und berührte mich. Es war mir so unangenehm."
Erfahrungen wie diese werden auf Instagram angekreidet: "Ich war 13. Er bedrängte und berührte mich. Es war mir so unangenehm."  © Screenshot Instagram/@catcallsofchemnitz

Die Seite "Catcalls of Chemnitz" gibt es bereits seit Januar 2022. "Wir sind Teil des Dachverbandes 'Chalk Back Deutschland'", erklären die Aktivisten.

Die Bewegung wurde 2016 in New York City ins Leben gerufen und ist mittlerweile weltweit etabliert. Allein in Deutschland gibt es 127 Gruppen.

Das Prinzip ist überall gleich: Betroffene können über Instagram oder per E-Mail schildern, wo und wie sie belästigt wurden. "Wir schreiben dann an dieser Stelle mit Kreide komprimiert und gut sichtbar die entsprechende Erfahrung auf den Asphalt."

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Aus Sicherheitsgründen ziehen die Mitglieder meist zu dritt los.

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Die Gruppe strukturiert sich neu

Ihre Intention: "Durch das öffentliche Ankreiden von sexistischen und belästigenden Sprüchen erlangen wir eine Möglichkeit, dort Sichtbarkeit zu schaffen, wo viele wegschauen", erklärt die Gruppe.

"Wir verstehen das als eine Art des feministischen Empowerments (Ermächtigung, Anm. d. Red.), das Betroffenen hilft, die Situation zu verarbeiten und darüber hinaus offenlegt, das sexuelle Belästigung längst kein Einzelfall ist."

Zuletzt war es etwas ruhig auf dem Instagram-Kanal.

"Wir finden uns gerade noch neu zusammen und starten pünktlich zum feministischen Kampftag, dem 8. März, mit neuer Energie und neuen Aktionen durch."

Titelfoto: Screenshot Instagram/@catcallsofchemnitz

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