Raub-Gut aus NS-Zeit kehrt zurück nach Chemnitz: IG Metall erhält geklaute Bücher
Chemnitz - Die Chemnitzer IG Metall erhielt am Montag drei Bücher zurück, die in der NS-Zeit gestohlen wurden. Recherchen der Sächsischen Landesbibliothek (SLUB) und der Stadtbibliothek Burgstädt zufolge stammen die Werke ursprünglich aus der früheren Gewerkschaftsbibliothek des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes (DMV) in Chemnitz. Die IG Metall überlässt die Bücher den beiden Bibliotheken nun als Schenkung.
Bei den Exemplaren handelt es sich um "25 Jahre sozialdemokratischer Arbeit in der Gemeinde" (1908) von Paul Hirsch sowie "Die Vögel Europas" (1897) von Friedrich Arnold, außerdem "Das sächsische Volksschulwesen" (1904) von Otto Rühle, das als Teil eines Nachlasses 2007 nach Burgstädt gelangte.
Hinter der Rückgabe stehen aufwendige Recherchen. Als die Nazis am 2. Mai 1933 Gewerkschaftshäuser stürmten und plünderten, gingen die Bibliotheksbestände in den Besitz der nationalsozialistischen Einheitsgewerkschaft über.
"Ab da sind die Wege verschlungen. Durch die enthaltenen Besitzspuren ist es für uns nachvollziehbar, dass die Bücher auf jeden Fall zu den 1933 entzogenen Vermögenswerten des DMV Chemnitz gehören", sagt Elisabeth Geldmacher (35), wissenschaftliche Mitarbeiterin in der SLUB.
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"Damit denken wir an die Zerschlagung der freien Gewerkschaften, auch hier in Chemnitz", sagt Eddie Kruppa (32), Erster Bevollmächtigter der IG Metall Chemnitz. "Wir freuen uns über den Fund und überlassen die Bücher gern den Bibliotheken."
Titelfoto: Kristin Schmidt (2)