Chemnitz - Das Schulmuseum Ebersdorf gehört seit Jahrzehnten fest zur Chemnitzer Kulturlandschaft. Es ist ein Ort, an dem Generationen Einblicke in den Schulalltag vergangener Zeiten erhalten haben. Ausgerechnet im Jahr seines 35-jährigen Jubiläums steht die traditionsreiche Einrichtung vor dem Aus.
Steigende Betriebskosten, erhöhter Mindestlohn und Nachzahlungen setzen das Museum massiv unter Druck. "Die Lage ist so kritisch, dass nicht klar ist, ob wir zum Jahresende noch existieren werden", sagt Museumsleiterin Birgit Raddatz (63).
Hinzu kommen die gekürzten Fördermittel der Stadt. "2025 betrug die bewilligte Förderung 21.850 Euro, in diesem Jahr beläuft sie sich auf 19.000 Euro", teilt das Rathaus auf TAG24-Nachfrage mit.
Um Kosten zu senken, musste das Museum bereits einen Ausstellungsraum im Erdgeschoss aufgeben. Für 2025 und das erste Quartal 2026 fallen die Kosten trotzdem noch an.
"Wenn ich das bezahle, kann ich meine Mitarbeiter nicht mehr bezahlen", so Raddatz.
Stadt prüft weitere Finanzierungsmöglichkeiten
Weniger Personal oder eingeschränkte Öffnungszeiten würden wiederum zu geringeren Einnahmen führen. "Es ist eine Spirale, die sich im Moment nicht stoppen lässt."
Deshalb bittet das Museum inzwischen um Spenden, auch neue Vereinsmitglieder werden dringend gesucht. Raddatz: "Wir sind nur noch neun Leute im Verein – und drei davon sind 93 Jahre alt."
Die Stadt betont unterdessen, am Erhalt des Museums interessiert zu sein. Man prüfe weitere Finanzierungsmöglichkeiten über die reguläre Förderung hinaus.
Zur Museumsnacht am Samstag möchte das Schulmuseum trotz allem richtig auffahren: Geplant sind historische Unterrichtsstunden und ein Programm zum Motto "Tacheles!", bei dem jüdische Alltagsbegriffe im Mittelpunkt stehen.