Schwarzbau in Chemnitz: Stadt droht Klage! Muss das Gebäude abgerissen werden?
Chemnitz - Schwarzbau, Behörden-Hickhack und jetzt auch noch politischer Ärger: Seit mehr als anderthalb Jahren steht in Schloßchemnitz ein umstrittenes Mehrfamilienhaus in der Hauboldstraße. Obwohl die Stadt Chemnitz einen nachträglichen Bauantrag abgelehnt hat, wohnen längst Mieter darin. Jetzt schaltet sich die Politik ein - und der Stadt droht eine Klage.
Nach Berechnungen von Rechtsanwalt Sven Kreuter (47), der eine Nachbarin vertritt, überschreitet allein das Gebäude die zulässige Grundfläche um satte 41 Prozent.
Die Stadt untersagte im Juni 2025 die Nutzung, doch das Verwaltungsgericht stoppte den Bescheid. Grund laut Kreuter: Eine Übergangsfrist fehlte. "Das könnte man jederzeit mit relativ wenig Aufwand beheben."
Doch eine anwaltliche Frist bis 16. Oktober verstrich ergebnislos. Kreuter: "Warum das so lange dauert, erschließt sich mir auch nicht." Das Rathaus erklärt lediglich: "Die Unterlagen liegen vor und befinden sich in der inhaltlichen Prüfung."
Brisant: Die Stadt prüft sogar eine nachträgliche Legalisierung per Bauturbo! Kreuter warnt vor einem gefährlichen Präzedenzfall. Das öffne "die Büchse der Pandora".
BSW-Stadtrat stellt Baubürgermeister kritische Fragen
Auch die Landesdirektion als Kommunalaufsicht tut nichts: "Der Widerspruch gegen die Ablehnung des nachträglichen Bauantrags liegt noch nicht zur Entscheidung vor." Für ein aufsichtsrechtliches Eingreifen sehe man keinen Anlass.
Jetzt erhöht BSW-Stadtrat Dietmar Holz (65) den Druck: Er stellte Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos) 21 kritische Fragen - zu Behördenfehlern, einer erneuten Nutzungsuntersagung und möglichen Schadensersatzforderungen.
Pikant: Hinter den Kulissen soll Kütter den Fall als "Bagatelle" bezeichnet und geäußert haben.
Titelfoto: Bildmontage: Sven Gleisberg, Stefan Häßler
