Seit Januar Pflicht, für ihn eine Geschäftsidee: Mehrweg aus Chemnitz wird immer beliebter
Chemnitz - Viele Gastronomen, Bäcker und Fleischer hassen sie - doch es gibt kein Zurück mehr: Seit Januar gilt bundesweit die "Mehrweg-Angebotspflicht". Dieser Unternehmer aus Chemnitz macht ein Geschäft daraus.
In seinem früheren Leben hatte Jens Preißler (44) mal die größte Dresdner Shopping-Mall gemanagt. Ein Job, für den es Nerven, Überblick und immer Ideen braucht.
Diese Eigenschaften sind ihm in seiner Chemnitzer Firma SWA schon oft eine Hilfe gewesen: beim Vertrieb von Werbemitteln.
Von da war es nur ein kleiner Schritt zum Pfandsystem-Ableger Relocal, der Mehrwegboxen und -becher anbietet. Die Produktpalette stößt auf immer größeres Interesse.
"Wir kennen ja unsere Kunden", so der gelernte Immobilien-Kaufmann. "Waren es bislang zum Beispiel die mit dem Firmennamen bedruckten Brotdosen für den Bäcker, ist es jetzt noch die Mehrweg-Garnitur."
"Beides unterscheidet sich nicht. Da wie dort müssen hygienisch einwandfrei Lebensmittel transportiert werden."
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Firma aus dem Erzgebirge produziert Mehrweg-Behältnisse
Entwickelt und getestet haben Preißler und seine sieben Mitarbeiter alle Behältnisse selbst. Bislang entstanden vier verschiedene Bechergrößen sowie drei Typen Essschalen mit ein, zwei und drei Fächern. Bei Bedarf funktionieren sie also auch für den Transport eines Menüs.
Darüber hinaus gibt es auslaufsichere Suppenschalen mit Fassungsvermögen von 350 Milliliter bis zu zwei Litern. Sein 0,3 Liter fassender Chemnitz-Cup (für Heißgetränke) hat inzwischen mehr als 100 Akzeptanzstellen. Produzent der Behältnisse ist eine Firma aus Crottendorf im Erzgebirge.
"Wichtig war uns, dass die Artikel recycelbar sind", betont er. "Inzwischen arbeiten wir auch an der Wiederverwendbarkeit der Materialien."
Präsentieren will Relocal seine neuen Produkte am Sonntag auf der "Hausmesse der BÄKO Mitteldeutschland" in St. Egidien.
Titelfoto: dpa/Felix Kästle, Kristin Schmidt

