Simson-Fan restauriert seine geklaute Schwalbe: Diebe haben sie im Steinbruch versenkt

Chemnitz - Zweites Leben für gestohlene Schwalbe! Eigentlich hatte Bastler Raik Drechsler (58) seine Schwalbe schon abgeschrieben. Langfinger hatten sie 2015 aus seiner Garage geklaut. Ein Jahr lang fehlte jede Spur von dem Moped. Per Zufall fanden es Taucher in einem Steinbruch. In liebevoller Handarbeit bringt der Chemnitzer seine geliebte Schwalbe nun wieder auf Vordermann.

Raik Drechsler (58) und sein Sohn Pascal (16) bei einer gemeinsamen Ausfahrt im Jahr 2014.
Raik Drechsler (58) und sein Sohn Pascal (16) bei einer gemeinsamen Ausfahrt im Jahr 2014.  © privat

Vor sechs Jahren brachen Diebe Raik Drechslers Garage auf und nahmen seine geliebte Schwalbe (Baujahr: 1964) mit. "Wir waren zu dieser Zeit im Urlaub. Die Schwalbe war sogar angekettet, also zweifach gesichert."

Mit Stichsäge und Flex waren die Täter gut vorbereitet. Vermutlich hatten sie den Simson-Fan beim Werkeln beobachtet. "Das war ein gezielter Einbruch." Die bei der Polizei erstattete Anzeige lief ins Leere.

Etwa ein Jahr später, im Herbst 2016, fanden Taucher die Simson im zwölf Kilometer entfernten Steinbruch bei Markersdorf. Dort hatten die Diebe das Zweirad offenbar versenkt. Der Fund war pures Glück. "Die Taucher haben Geocaching (GPS-Schnitzeljagd, d. Red.) betrieben und sie in sieben Meter Tiefe entdeckt", sagt Drechsler.

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Mithilfe von Polizei und THW wurde die "Simme" geborgen. Das eine Jahr im Wasser hatte starke Korrosionsschäden hinterlassen. "Ich habe lange überlegt, ob ich sie wieder aufbaue."

Sohn Pascal (16, r.) unterstützt seinen Vater beim Wiederaufbau in der Garage.
Sohn Pascal (16, r.) unterstützt seinen Vater beim Wiederaufbau in der Garage.  © Uwe Meinhold
Im Steinbruchsee bei Markersdorf haben Taucher die Schwalbe 2016 entdeckt.
Im Steinbruchsee bei Markersdorf haben Taucher die Schwalbe 2016 entdeckt.  © privat

Restauration gelingt fast ohne Probleme

Simson-Fan Raik Drechsler (58) baut seine Schwalbe wieder auf. Den Motor musste er komplett zerlegen.
Simson-Fan Raik Drechsler (58) baut seine Schwalbe wieder auf. Den Motor musste er komplett zerlegen.  © Uwe Meinhold

Raik Drechsler entschied sich schließlich dafür. Nachdem er die Schwalbe in ihre Einzelteile zerlegt hatte, muss er nun vor allem bei der Elektrik Hand anlegen.

"Teile wie Zündspule, Dichtungen, Relais, Kabel oder Sprungregler musste ich erneuern. Auspuff und Blinker haben es überlebt. Den Tank habe ich pulvern lassen."

Dank des "Offenen Prinzips" und robuster Technik gelingt die Restauration fast ohne Probleme. Ersatzteile bezieht Drechsler von der Firma MZA (Meyer-Zweiradtechnik-Ahnatal), die sich Rechte und Vermögenswerte von Simson zur Zwangsvollstreckung gesichert hat.

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Wann der gelernte Werkzeugmacher mit seiner Schwalbe wieder auf Tour geht, weiß er noch nicht. "Ich lasse mir bewusst Zeit, komme nach der Arbeit zum Basteln in die Garage."

Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold, privat

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