So hart trifft der Spritpreis-Schock Chemnitzer Unternehmen

Chemnitz - Die Spritpreise kennen derzeit nur eine Richtung: nach oben. Was Autofahrern wehtut, wird für Branchen mit großem Fuhrpark zur echten Belastung. In Chemnitz spüren das unter anderem die Johanniter und die Spedition Weise in Siegmar.

Ingo Reichel (55) ist Regionalvorstand bei den Johannitern Chemnitz-Erzgebirge.
Ingo Reichel (55) ist Regionalvorstand bei den Johannitern Chemnitz-Erzgebirge.  © Johanniter-Unfallhilfe

"500 Euro kostet uns die derzeitige Situation für unsere 200 Fahrzeuge täglich mehr", sagt Johanniter-Regionalvorstand Ingo Reichel (55). Betroffen seien nicht nur Rettungsdienst-Fahrzeuge, sondern auch die Kleinwagen der ambulanten Pflege und Dienstfahrzeuge der Verwaltung. "Natürlich spüren wir das sofort."

Ganz wehrlos sind die Johanniter jedoch nicht. "Wir haben vor fünf Jahren mit den ersten E-Fahrzeugen in der Pflege begonnen", sagt Reichel. Inzwischen seien fast 30 E-Fahrzeuge im Verband im Einsatz. Vor allem in der ambulanten Pflege und bei kleineren Dienstwagen funktioniere das gut.

Nach eigenen Angaben sparen die Johanniter mit einem Elektro-Kleinwagen rund 9 Euro pro 100 Kilometer gegenüber einem Verbrenner. Für schwere Fahrzeuge sei das aber noch keine Lösung.

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"Großfahrzeuge im Bereich Fahrdienst gibt es noch nicht in einem Sortiment, das für uns wirklich einsetzbar wäre." Problematisch seien vor allem Reichweite und Ladeinfrastruktur.

Die Johanniter setzen zunehmend auf E-Autos, hier Pflegedienstleiterin Madeleine Wölfl (47, r.) und Mitarbeiterin Susann Ulrich (40).
Die Johanniter setzen zunehmend auf E-Autos, hier Pflegedienstleiterin Madeleine Wölfl (47, r.) und Mitarbeiterin Susann Ulrich (40).  © Kristin Schmidt
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Gestern an der Shell-Tankstelle in der Jagdschänkenstraße: Der Liter Diesel kostete 2,32 Euro.
Gestern an der Shell-Tankstelle in der Jagdschänkenstraße: Der Liter Diesel kostete 2,32 Euro.  © Kristin Schmidt
Die Dieselpreise sind explodiert: Ingo Neubert (l.) und Torsten Schmidt von der Spedition Weise zeigen die Entwicklung.
Die Dieselpreise sind explodiert: Ingo Neubert (l.) und Torsten Schmidt von der Spedition Weise zeigen die Entwicklung.  © Kristin Schmidt

Preissteigerungen lassen sich nicht immer vollständig weiterreichen

Ingo Neubert (55) von der Spedition Weise steht vor einem Lkw auf dem Firmengelände an der Jagdschänkenstraße.
Ingo Neubert (55) von der Spedition Weise steht vor einem Lkw auf dem Firmengelände an der Jagdschänkenstraße.  © Kristin Schmidt

Noch härter trifft der Diesel-Preisschock die Spedition Weise. Vizechef Ingo Neubert (55) sagt klar: "Wir reden von etwa 15.000 Euro Mehrkosten pro Woche. 28 Prozent Kostensteigerung aktuell in diesem Segment, das hatten wir noch nicht." Was hinzu kommt: "E-Mobilität ist noch keine Alternative."

Rund 60 eigene Fahrzeuge plus elf fest eingesetzte Unternehmerfahrzeuge sind für die Firma unterwegs - alle mit Diesel.

Um die Kosten wenigstens teilweise aufzufangen, arbeitet die Branche mit einem sogenannten Dieselfloater - einem variablen Dieselzuschlag, der an die Kunden weitergereicht wird. Bei Weise wird er seit der Corona-Zeit wöchentlich neu berechnet. "Freitags werten wir die aktuelle Woche aus und setzen den Zuschlag für die kommende Woche fest", sagt Neubert.

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Doch Preissteigerungen lassen sich nicht immer vollständig weiterreichen. Beide Akteure fordern deshalb von der Politik in Berlin schnelle Entlastung - bei Steuern, Abgaben und anderen Preisbestandteilen, die Diesel zusätzlich verteuern.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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