So viele registrierte Schusswaffen gibt es in Chemnitz

Chemnitz - Im Vorjahr waren in Chemnitz 4875 registrierte Schusswaffen im Umlauf!

In Chemnitz gibt es mehr als 4800 registrierte Schusswaffen. (Symbolbild).
In Chemnitz gibt es mehr als 4800 registrierte Schusswaffen. (Symbolbild).  © David Young/dpa

Das Corona-Hoch beim privaten Waffenbesitz scheint jedoch beendet: 2020 stieg die Zahl der registrierten Schusswaffen in Chemnitz von 4800 auf 6067. Im Vorjahr sank die Zahl aber wieder auf 4875. Für die Linken-Vorsitzende Susanne Schaper (45), die die Zahlen erfragt hatte, sind aber noch zu viele Waffen in Privatbesitz.

Wie schlimm sich Waffen in den Händen verwirrter Menschen auswirken können, zeigte sich zuletzt beim Angriff auf die Zeugen Jehovas in Hamburg (sieben Tote). In Chemnitz sind 4875 Waffen, 419 Waffenteile und 1056 Kleine Waffenscheine im Umlauf. Susanne Schaper sagt: "Das müssen wir hinterfragen."

Die Stadt zählt sieben Waffenbesitzer zu den Reichsbürgern oder Rechtsextremisten. Sechs wurden 2022 überprüft. Mit Konsequenzen, wie die Verwaltung mitteilt: "In zwei Fällen sind Widerrufsverfahren der Erlaubnisse in Bearbeitung."

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Zudem ordnete das Ordnungsamt 2022 zehn Hauskontrollen bei Waffenbesitzern an - ohne Beanstandungen.

Für die Linken-Vorsitzende Susanne Schaper (45) sind weiter zu viele Waffen im Umlauf.
Für die Linken-Vorsitzende Susanne Schaper (45) sind weiter zu viele Waffen im Umlauf.  © Uwe Meinhold

Waffenhersteller: "Sportschützen fehlt der Nachwuchs. Jüngere Leute ballern wohl lieber am Bildschirm"

Die Schützenvereine verlieren an Zulauf. Das liegt auch an der Konkurrenz von Computerspielen.
Die Schützenvereine verlieren an Zulauf. Das liegt auch an der Konkurrenz von Computerspielen.  © Sven Gleisberg

Der Chemnitzer Büchsenmachermeister Bernd Pohlers (69) kann sich die Abrüstung in den privaten Waffenschränken erklären: "Sportschützen fehlt der Nachwuchs. Jüngere Leute ballern wohl lieber am Bildschirm."

Die Preise für Munition seien zudem explodiert. So kostete eine 50er-Schachtel 9mm-Patronen früher gut zwölf Euro, heute 21. Waffen seien um 20 Prozent teurer geworden. Pohlers glaubt, dass der Ukraine-Krieg nicht unschuldig am Preisanstieg sei: "Krieg frisst viele Ressourcen."

Hagen Husgen (58), Landes-Chef der Gewerkschaft der Polizei, ist ebenfalls kritisch: "Angesichts stark gestiegener Zahlen häuslicher Gewalt sollten die Kriterien einer charakterlichen Eignung strenger ausgelegt werden."

Titelfoto: Sven Gleisberg, David Young/dpa

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