Stillstand am Wohnhotel Kappel: Chemnitzer Rathaus weist Kritik klar zurück

Chemnitz - Das alte Wohnhotel in Chemnitz-Kappel an der Haydnstraße bleibt ein Sinnbild für Stillstand. Während Zäune verrutschen, ein Brand die Schlagzeilen bestimmt und das Gelände weiter einen trostlosen Eindruck macht, kommt der lange geplante Umbau weiter nicht voran.

Kai Hähner (53, CDU) kritisiert seit Jahren das Rathaus-Handeln beim Wohnhotel Kappel.
Kai Hähner (53, CDU) kritisiert seit Jahren das Rathaus-Handeln beim Wohnhotel Kappel.  © Ralph Kunz

Schon vor Jahren wollte der private Eigentümer den verfallenen DDR-Plattenbau zu einem Wohnhaus mit kleineren Gewerbeflächen im Erdgeschoss umbauen. Doch getan hat sich bislang nichts.

CDU-Stadtrat Kai Hähner (53) beobachtet den Verfall des Gebäudes aus den 1970ern seit Jahren. Nachdem es im Januar in dem leer stehenden Komplex sogar gebrannt hatte, hakte er erneut im Rathaus nach. Dabei fragte er unter anderem, ob die Sicherung des Areals überhaupt ausreicht und ob die Stadt endlich mehr Druck auf den Eigentümer ausübt.

Die Stadt wies den Vorwurf, dass man nur zuschaue, zurück.

Seit mehr als zehn Jahren steht das alte Wohnhotel Kappel leer.
Seit mehr als zehn Jahren steht das alte Wohnhotel Kappel leer.  © Kristin Schmidt
Deine täglichen News aus Chemnitz

Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.

  • Lokale Nachrichten aus Chemnitz & Umgebung
  • Exklusive Hintergrundberichte
  • Jederzeit abbestellbar
Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich. Bitte bestätige die E-Mail, die wir dir gesendet haben.
Mit deiner Anmeldung stimmst du unseren Datenschutzbestimmungen zu.
Der Eingang vom alten Wohnhotel Kappel: In verschiedenen Internet-Portalen ist es sogar noch als Pension gelistet.
Der Eingang vom alten Wohnhotel Kappel: In verschiedenen Internet-Portalen ist es sogar noch als Pension gelistet.  © Kristin Schmidt

Arbeiterwohnheim und Erstaufnahmeeinrichtung

Das Grundstück sei "weitestgehend eingezäunt", die Eingangstüren "durch vernietete Metallplatten verschlossen" und auch die Vergitterungen der Kellerfenster wirkten intakt. "Die Maßnahmen des Eigentümers reichen nach Einschätzung der Stadtverwaltung zur Objektsicherung aus." Die Bauverwaltung will das Objekt "im Blick behalten", aber nicht engmaschig kontrollieren.

Nach der Wende war der Komplex Arbeiterwohnheim, später kurzzeitig Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Seit der Schließung 2015 steht der Block leer - und mit jedem weiteren Jahr wird deutlicher, dass hier nicht nur Beton bröckelt, sondern auch der Glaube an eine schnelle Lösung.

Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt (2)

Mehr zum Thema Chemnitz Lokal: