Temperaturen bis 39 Grad: So gefährlich ist die Hitze für Obdachlose
Chemnitz - Die Hitze macht uns allen zu schaffen. Doch während die meisten Chemnitzer sich in ihre eigenen vier Wände zurückziehen können, haben Wohnungslose diese Möglichkeit nicht. Wo bekommen Wohnungslose jetzt Hilfe und was kann jeder Einzelne tun, wenn er einen hilfsbedürftigen Menschen sieht?
Hohe Temperaturen jenseits der 30 Grad und die langanhaltende Hitzeperiode kann besonders für Menschen, die auf der Straße leben, schnell gefährlich werden. Es besteht unter anderem die Gefahr von Kreislaufprobleme und Dehydration.
"Wer auf der Straße lebt, hat häufig keinen Zugang zu Trinkwasser, Schatten, Duschen oder Schutzräumen – das kann lebensbedrohlich sein", erklärt die Diakonie Sachsen.
Ein Anlaufpunkt für Obdachlose bei der Sommerhitze in Chemnitz ist unter anderem der Tagestreff "Haltestelle" in der Annenstraße. Neben einem preiswerten Essen und Getränken gibt es auch Duschmöglichkeiten und notwendige Hygieneartikel.
Eine weitere Aufenthaltsmöglichkeit ist die Bahnhofsmission am Hauptbahnhof sowie das "Wohnprojekt I" in der Heinrich-Schütz-Straße 84.
Jeder kann helfen
Aber auch jeder Einzelne kann etwas tun. Wenn man Menschen sieht, die offenbar Hilfe brauchen oder sich in einer medizinischen Notlage befinden, sollte man diese vorsichtig ansprechen und fragen, welche Hilfe gebraucht wird. Wenn man jemanden in der prallen Sonne schlafen sieht, sollte man diese Person wecken und in den Schatten bringen.
Eine zusätzliche Flasche Wasser, die man an Bedürftige abgeben kann, kann auch schon sehr hilfreich sein.
Was kann man sonst noch tun? Spenden von Sonnencreme, leichte Kleidung und Kopfbedeckungen werden vielerorts benötigt. Wer etwas abzugeben hat, kann sich an die genannten Anlaufpunkte wenden.
Offizielle Statistiken, wie viele Obdachlose in Chemnitz leben, gibt es nicht. Einen Richtwert bietet die Poststelle vom Tagestreff "Haltestelle". Wohnungslose können die Adresse angeben und ihre Post dorthin schicken lassen. Bis Ende August 2025 waren das 132 Personen.
Titelfoto: panama7/123RF

