Chemnitz - An der Oberschule Altendorf in Chemnitz fehlt ein Physik-Lehrer. Dadurch können die unteren Klassenstufen nicht unterrichtet werden. Der Lehrermangel trifft Schulen in Chemnitz besonders stark - aber warum?
Das Problem: Die Bewerbungen auf Lehrerstellen sind in Sachsen ungleich verteilt. So ist es beispielsweise in Leipzig viel einfacher, geeignete Lehrkräfte zu finden als in Chemnitz.
Weil der Lehrermangel in Sachsen so akut war, brachte die Sachsen-Regierung im vergangenen Jahr ein Maßnahmenpaket auf den Weg. Unter anderem werden künftige Grundschullehrer mit einem neuen Studiengang gezielt auch auf den Unterricht an Oberschulen vorbereitet.
Zudem greift die sogenannte "Altersermäßigung" zwei Jahre später - die Anzahl an Unterrichtsstunden sinkt erst ab 60 Jahren (vorher ab 58 Jahren). Heißt: Mehr Unterrichtsstunden können gehalten werden.
Die Maßnahmen zeigten Wirkung. "Sachsenweit ging der planmäßige Ausfall im ersten Schulhalbjahr um 10,8 Prozent zurück, an den Oberschulen sogar um 26,3 Prozent", erklärt Kultusminister-Sprecher Tilo Schumann (36).
Allerdings haben die Schulen im Freistaat weiterhin mit Unterrichtsausfall zu kämpfen. Vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern sei es schwer, Personal zu finden - speziell im ländlichen Raum. Aber auch in Chemnitz.
Nur wenige Physik-Lehrer in Chemnitzer Region
Aus diesem Grund werden aktuell Lehrer aus anderen Schulen abgezogen, um in Regionen mit akutem Lehrermangel eingesetzt zu werden.
Zudem gibt es weitere Änderungen. "Wir haben extra das Einstellungsverfahren geändert, um die Bewerber noch stärker auf die Bedarfsregionen zu lenken", sagt Schumann.
So soll auch für die Oberschule in Altendorf ein Physik-Lehrer gefunden werden. Wann es so weit ist - unklar.
Denn: In der Region Chemnitz verzeichnet das Kultusministerium eine "geringe Anzahl an Physik-Lehrkräften". Die Schule äußerte sich gegenüber TAG24 nicht.