Vier Meter breit: Hier soll Chemnitz' erste "Fahrrad-Autobahn" entstehen

Chemnitz - Früher fuhren dort Züge, in Zukunft werden zwischen Küchwald und Wüstenbrand Fahrräder unterwegs sein. Auf einer ehemaligen Eisenbahnstrecke baut die Stadt ab Dezember den ersten Chemnitzer "Premiumradweg".

Baubürgermeister Michael Stötzer (49, Grüne, l.) erhält von Torsten Stanko (52) vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr die Förderbescheide für den Premiumradweg.
Baubürgermeister Michael Stötzer (49, Grüne, l.) erhält von Torsten Stanko (52) vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr die Förderbescheide für den Premiumradweg.  © Ralph Kunz

"Auf einem Premiumradweg können größere Strecken zurückgelegt werden. Es sind höhere Geschwindigkeiten und eine höhere Nutzerdichte möglich", sagt Baubürgermeister Michael Stötzer (49).

Dafür wird eine mindestens vier Meter breite Fahrbahn errichtet, die zum Beispiel auch Skatern zur Verfügung steht. Außerdem soll der Weg laut Stötzer "getrennt vom motorisierten Verkehr" verlaufen. Das heißt: Auf der Strecke der "Fahrrad-Autobahn" liegen keine großen Kreuzungen.

Für die ersten Bauabschnitte (Kosten: rund 10 Millionen Euro) zwischen Kalk- und Rudolf-Rudolf-Krahl-Straße sowie zwischen Ried- und Kalkstraße (ab Mai 2022) erhielt die Stadt am Mittwoch Förderbescheide in Höhe von 8,6 Millionen Euro vom Freistaat.

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Die Maßnahmen sollen jeweils rund anderthalb Jahre dauern. Wann der komplette Radweg mit einer Gesamtlänge von etwa 13,5 Kilometer fertig sein wird, steht laut Michael Stötzer noch nicht fest.

Für das Vorhaben wurden bereits alte Schienen entfernt. Während der Bauarbeiten müssen noch Bäume und Büsche gerodet werden. Über die Kalkstraße entsteht in Höhe des Weidewegs eine neue Brücke.

Der neue Radschnellweg entsteht auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Wüstenbrand und Küchwald.
Der neue Radschnellweg entsteht auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Wüstenbrand und Küchwald.  © Ralph Kunz
So soll die geplante Fahrradbrücke über die Kalkstraße aussehen.
So soll die geplante Fahrradbrücke über die Kalkstraße aussehen.  © Stadt Chemnitz

Mehr Ladestationen für E-Bikes gefordert

Bekommt die Stadt mehr Ladestationen für E-Bikes? In einem Beschlussantrag fordert die AfD-Stadtratsfraktion die Verwaltung dazu auf, die Installation entsprechender Anlagen beim Neu- oder Ausbau von Radwegen zu prüfen.

"Beispielsweise könnte man sich vorstellen, Haltestellen mit solarbetriebenen Ladestationen auszurüsten, an welchen dann das E-Bike beim Warten auf das Verkehrsmittel geladen werden kann", heißt es. Außerdem seien überwiegend werbefinanzierte Ladepunkte in Parks, an Radwegen oder Radabstellanlagen denkbar.

Über den Vorschlag der AfD beraten im kommenden Monat zunächst die Chemnitzer Ortschaftsräte.

Titelfoto: Ralph Kunz

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