Von Schlüssel bis Fernseher: Das wurde 2025 in Chemnitz alles vergessen
Chemnitz - Vergessen, verloren, abgegeben: Im Fundbüro der Stadt Chemnitz stapeln sich Dinge, die ihren Besitzern abhandengekommen sind - vom Schlüsselbund bis zum Lieblingskuscheltier.
Manche Gegenstände finden schnell zurück nach Hause, andere bleiben monatelang liegen. TAG24 hat einen Blick in die Kisten der verlorenen Dinge geworfen.
2025 gingen im Fundbüro 5909 Gegenstände ein. "Das meiste kommt von der CVAG", sagt Fundbüro-Leiterin Daniela John.
Darunter finden sich vor allem Sporttaschen, Kleidungsstücke und Regenschirme. Doch auch die eine oder andere Kuriosität landet im Regal: So wartet dort auch ein Bierkasten samt Basketball auf seinen Besitzer.
"Wir haben aktuell außerdem einen Fernseher, einen Rollstuhl, die Scheibe eines Lasters und ein komplettes Golfschläger-Set", so John. Was man halt mal so liegen lässt ...
"Ab und zu bekommen wir auch Lieferungen von der Polizei mit Dingen, deren Besitzer nicht ausfindig gemacht werden konnten."
Mützen und Schals bleiben oft im Fundbüro zurück
Nur ein Viertel der Fundsachen fand im vergangenen Jahr wieder zu seinen Besitzern zurück: Die Abholquote lag bei 25 Prozent. Besonders oft holen Unglücksraben ihre Handys, Geldbörsen oder Sportsachen ab. Weniger Glück haben hingegen Mützen und Schals, Regenschirme und Schlüssel - sie blieben meist im Fundbüro zurück.
Internationale Fundsachen blieben im Kulturhauptstadt-Jahr die Ausnahme. "Ich war einmal in Kontakt mit den belgischen Behörden", erinnert sich Mitarbeiter Moritz Schilbach (24). Ein Handy war verloren gegangen und musste zurückgeschickt werden. "Und eine Bauchtasche aus Frankreich gab's auch - aber das war's dann."
Großveranstaltungen sorgten 2025 nicht für mehr Betrieb im Fundbüro. "Das verlief das ganze Jahr über ziemlich gleichbleibend", sagt Schilbach. Früher sei das anders gewesen: "Gerade beim Weinfest oder Weihnachtsmarkt wurden deutlich mehr Dinge abgegeben", ergänzt John.
Heute werde aber insgesamt weniger ins Fundbüro gebracht - viele behalten gefundene Gegenstände offenbar lieber gleich selbst.
Titelfoto: Sven Gleisberg

