Von wegen unbeliebteste Lehre: Das fasziniert Azubi Sören (18) am Fleischerberuf

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Chemnitz - Auf dem Chemnitzer Ausbildungsmarkt wird es enger. In der Halbjahresbilanz hatte die Arbeitsagentur knapp 1000 Bewerber, dagegen nur gut 900 freie Lehrstellen gezählt. Doch bei einem Beruf, bei dem viele Jugendliche erst mal schlucken, sieht es anders aus. Fleischer-Azubis oder im Fleischerei-Verkauf werden händeringend gesucht.

Fleischer-Azubi Sören Kullmann (18) packt dort an, wo viele Jugendliche lieber wegschauen: zwischen Wurst, Handwerk und harter Arbeit.
Fleischer-Azubi Sören Kullmann (18) packt dort an, wo viele Jugendliche lieber wegschauen: zwischen Wurst, Handwerk und harter Arbeit.  © Petra Hornig

Sören Kullmann (18) lernt beim Wirtschaftshof Sachsenland in Wittgensdorf Fleischer. Warum?

"Weil ich drei Wochen Praktikum gemacht hatte. Und das hat mir gefallen", sagt er. Danach kam das Angebot, gleich die Ausbildung anzuschließen. Sören sagte zu.

Was ihn reizt, ist nicht nur das Messer in der Hand. "Diese vielfältige Arbeit, dass ich nicht immer permanent an einem Punkt bin", sagt der Azubi.

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Mal Zerlegung, mal Produktion, mal Versand. Am spannendsten findet er, "dass ich mitbekomme, wie es von ganz vorne anfängt und bis zum Endprodukt aussieht".

Beim Wirtschaftshof Sachsenland lernen derzeit vier junge Leute: zwei in der Fleischerei und zwei im Verkauf.

In der Landfleischerei Wittgensdorf bildet der Wirtschaftshof Sachsenland Nachwuchs fürs Fleischerhandwerk aus.
In der Landfleischerei Wittgensdorf bildet der Wirtschaftshof Sachsenland Nachwuchs fürs Fleischerhandwerk aus.  © Petra Hornig
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Deshalb ist es so schwer, Fleischer-Nachwuchs zu finden

Meister André Heinig (47) zeigt Sören Kullmann (18), worauf es beim Zerlegen ankommt.
Meister André Heinig (47) zeigt Sören Kullmann (18), worauf es beim Zerlegen ankommt.  © Petra Hornig

Meister und Ausbilder André Heinig (47) erklärt, warum es so schwer ist, Nachwuchs zu finden: "Das ist das Image."

Viele würden Fleischer sofort mit Blut, Schlachten und grober Arbeit verbinden. Heinig hält dagegen: Es sei "wirklich sehr kreatives Handwerk", in dem man sich heute deutlich weiterentwickeln könne als früher.

Auch Sören kennt die Vorurteile. Viele Gleichaltrige denken, "dass du in den Betrieb gehst und dort tatsächlich schlachten wirst". Das gehöre aber nur auf Wunsch dazu.

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Ganz ohne robuste Nerven geht es trotzdem nicht. Meister Heinig sagt ehrlich: "Man darf sich nicht ekeln." Fleisch, Blut, Anatomie – all das gehört zum Beruf. Aber: "Keiner muss Blut trinken oder rohe Leber essen."

Titelfoto: Petra Hornig

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