Chemnitz - Geplatzte Rohre, überflutete Straßen, Vollsperrungen: In der Kanzlerstraße, Emil-Rosenow-Straße oder der Geibelstraße waren zuletzt zahlreiche Anwohner von solchen Havarien betroffen. Mit dem Wasserrohrbruch am Freitag auf der viel befahrenen Neefestraße (B173) hat es in Chemnitz innerhalb von drei Monaten bereits den sechsten größeren Schaden an einer Trinkwasserleitung gegeben. Doch woran liegt das?
Als Ursachen nennt eins-Sprecherin Cindy Haase altersbedingten Verschleiß, Materialermüdung sowie Mängel an älteren Leitungen - insbesondere aus DDR-Zeiten. Hinzu kommen Witterungseinflüsse.
"Im Sommer können lang anhaltende Trockenperioden zu einer Austrocknung des Bodens führen", erklärt Haase. Durch diese Veränderungen könnten sich Leitungen verschieben und brechen. Auch Bauarbeiten seien eine mögliche Ursache. "Aktuell beobachten wir keine außergewöhnliche Häufung von Rohrschäden", so Haase.
Tatsächlich sei die Zahl der Schäden in den vergangenen 20 Jahren "etwa halbiert" worden. Das rund 1500 Kilometer lange Trinkwassernetz befinde sich insgesamt "in einem guten Zustand".
Möglich werde das durch jährliche Investitionen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Für 2026 beläuft sich der Betrag auf ganze 27 Millionen Euro.
Die Leitungen sind im Durchschnitt rund 40 Jahre alt und auf eine Nutzungsdauer von mindestens 80 Jahren ausgelegt.
Stadt investiert auch in Abwasserinfrastruktur
Während das Trinkwassernetz kontinuierlich erneuert wird, investiert die Stadt auch in die Abwasserinfrastruktur.
Das Rathaus beziffert den Investitionsbedarf auf rund 150 Millionen Euro. Die Maßnahmen umfassen unter anderem Kanalnetz, Anschlussleitungen, Pumpwerke und die zentrale Kläranlage.
Hierfür nahm die Stadt einen Kredit in Höhe von 45 Millionen Euro auf.