Baumwoll-Kittel statt Erotik-Unterhöschen: Manufaktur hat umgesattelt

Mühlau - Normalerweise steht die Wonneberger Manufaktur für Bademode und Heißes für Untendrunter. Da der Absatz während Corona schwächelt, produziert das mittelständische Unternehmen aus Mühlau nun auch Schutzkittel.

Gabriele Feierabend (56) näht nicht nur noch heiße Höschen.
Gabriele Feierabend (56) näht nicht nur noch heiße Höschen.  © Uwe Meinhold

Pflegeheime, Kliniken, Reha- oder Sozialstationen sind täglich auf neue Schutzkleidung angewiesen. So auch die Diakoniestiftung in Sachsen.

Händeringend suchte der Wohlfahrtsverband per Hilferuf nach Ausrüstung. Die Wonneberger Manufaktur hat sich dem Problem angenommen und 500 Baumwollkittel gefertigt.

"Wir haben die Stoffe bestellt und zugeschnitten. Unsere Näherei hat die Kittel vollendet", erzählt Angestellte Claudia Wonneberger (33).

Wie OP-Kleidung sind die Kittel für die einmalige Verwendung gedacht. Sie können aber auch bei 90 Grad gewaschen werden.

Zu 80 Prozent produziert das Unternehmen Bademode, außerdem Erotik-Unterwäsche und Signalbekleidung. Wegen Corona stagnierte die Nachfrage und die Mühlauer hatten weniger zu tun.

Geschäftsführer Jörn Wonneberger (38) zeigt einen Schutzkittel in der Näherei.
Geschäftsführer Jörn Wonneberger (38) zeigt einen Schutzkittel in der Näherei.  © Uwe Meinhold

Die Herstellung von Schutzkleidung war der logische Schritt. "Auch wenn unsere Häuser bislang von einem Ausbruch der Corona-Infektion verschont geblieben sind, freuen wir uns über die enge Zusammenarbeit", sagt Stiftungsvorstand Roberto Schimana.

Die Kittel kommen unter anderem in der ambulanten Pflegeeinrichtung in Limbach-Oberfrohna und im Pflegeheim "Haus Hoffnung" in Penig zum Einsatz.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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