Neue Vorwürfe gegen Chemnitzer Diakonie-Kita

Chemnitz - Offenbar kein Einzelfall: Eine Mutter hatte TAG24 berichtet, dass ihrem Kind mit Kündigung gedroht wurde, wenn sie keinen Integrationsplatz in Anspruch nimmt. Die Vorgehensweise hatte wohl System. Einer anderen Familie erging es ähnlich.

Zwei Familien erheben Vorwürfe gegen die Kita "Arche Noah" in Chemnitz.
Zwei Familien erheben Vorwürfe gegen die Kita "Arche Noah" in Chemnitz.  © Maik Börner

Die Söhne (4, 8) von Christin B. besuchten ebenfalls die Kita "Arche Noah" in Chemnitz. "Beim Elternabend im Oktober 2018 wurde offen kommuniziert, dass die Kita im kommenden Jahr Integrativkita wird und es strategisch gut wäre, die drei Integrativplätze mit vorhandenen Kindern zu besetzen. Es würde schließlich allen zugutekommen, weil der Personalschlüssel steigt", erzählt Christin B.

Später sei die Leitung auf die Familie zugekommen und habe gefordert, die Einschulung des Ältesten zu verschieben, weil er Wutanfälle hätte und sich stark sozial-emotional verhalten würde.

"Uns wurde total vor den Kopf gestoßen", klagt Christin B. Der Kinderarzt habe diese Einschätzung nicht geteilt. Auch beim Jüngeren sei nach Auffälligkeiten gesucht worden.

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Selbst das Sozialamt ließ den Umgang mit den Eltern in einer E-Mail nicht gutheißen. Nicht die Kita entscheide über die Vergabe von Integrationsplätzen, sondern das Sozialamt, so eine Stadtsprecherin.

Aber: "Die Entscheidung über die Kündigung obliegt allein dem Träger." Die Diakonie will sich zu Einzelfällen nicht äußern.

Titelfoto: Maik Börner

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