Bürgerversammlungen nicht mehr im Chemnitzer Rathaus?
Chemnitz - Wo hört das Rathaus besser zu: im großen Saal oder direkt vor der Haustür in den Chemnitzer Ortsteilen?
Um diese Frage gibt es jetzt Streit im Stadtrat. Die Linken wollen die Einwohnerversammlungen wieder stärker in die Ortsteile holen - dorthin, wo kaputte Gehwege, Verkehrslärm oder Ärger mit Spielplätzen tatsächlich zu Hause sind.
Dafür will die Fraktion zurück zur Vor-Corona-Zeit und sogar per Stadtratsantrag die Hauptsatzung, also das städtische Grundgesetz, ändern.
Mindestens zweimal pro Jahr sollen Einwohnerversammlungen stattfinden. Pro Wahlperiode soll jedes Stadtgebiet mindestens einmal drankommen und "dort stadtteilspezifische Themen vorgestellt und debattiert werden".
Das Rathaus hält wenig davon, die zentrale Runde zu streichen. OB Sven Schulze (54, SPD): Ausgerechnet im Rathaus kamen zuletzt mehr Leute. Bei den Veranstaltungen dort waren jeweils etwa 100 Chemnitzer, die Rathausführungen seien stets ausgebucht gewesen.
In den Stadtteilen sehe es dagegen deutlich schlechter aus. "Viele empfinden das Angebot als wertschätzend, weil das Rathaus als repräsentativer Ort geöffnet wird", meint das Stadtoberhaupt.
Titelfoto: Maik Börner
