Chemnitzer Mängelmelder läuft voll: Schlagloch-Saison hält Rathaus auf Trab
Chemnitz - Frost, Tauwetter und wieder Frost: Das Jo-Jo-Winterwetter der vergangenen Wochen hat die Chemnitzer Straßen stark beansprucht. Der Asphalt leidet unter den extremen Temperaturschwankungen und beim Mängelmelder der Stadt häufen sich die Beschwerden.
Nahezu täglich kommt ein neues Schlagloch im Online-Portal hinzu: "Die Meldungen über den Mängelmelder liegen derzeit etwa 20 Prozent über dem Vorjahr", bestätigt Stadtsprecherin Anne Gottschalk (38).
Die Ursachen liegen einerseits in den häufigeren Streumitteleinsätzen. Andererseits mache sich die zunehmende Alterung des Straßennetzes bemerkbar, "da die Mittel, die den Kommunen zur Unterhaltung und Instandhaltung des Straßennetzes zur Verfügung stehen, längst nicht mehr ausreichen, um alle Bedarfe zu decken", heißt es aus dem Rathaus weiter.
Die Antwort der Stadt fällt für die Einreicher häufig ähnlich aus: "Die Beseitigung kann aufgrund der Wetterlage und verschiedener Kapazitäten etwas dauern."
Wenn sich ein Schlagloch bei der Überprüfung allerdings als akute Gefahrenstelle herauskristallisiere, werde sie meist bis zum nächsten Werktag provisorisch mit Kalt-Asphalt repariert. Dafür stehen der Stadt rund 35.000 Euro zur Verfügung.
Eine dauerhafte Lösung ist das nicht: "In Nebenstraßen halten Flickungen mit Kalt-Asphalt manchmal ein Jahr oder länger, auf Hauptverkehrsstraßen muss gelegentlich bereits nach ein paar Wochen nachgebessert werden."
Ab März, wenn es wärmer wird, beginnt schließlich die umfassende Beseitigung der Winterschäden mit Heiß-Asphalt. Nach ersten Schätzungen werden dafür rund 620.000 Euro benötigt.
Titelfoto: Sven Gleisberg (2)
