Chemnitzer Stadtrat hilft Hunde-Oldies: Keine Steuer mehr für alte Vierbeiner aus dem Tierheim

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Chemnitz - Wer in Chemnitz künftig einen Tierheim-Hund aufnimmt, der älter als acht Jahre ist, zahlt dauerhaft keine Hundesteuer mehr. Bislang galt die Befreiung für 24 Monate. Der Stadtrat hat dazu die Hundesteuer-Satzung geändert. Der Antrag kam von Linken, CDU/FDP und Grünen.

Tierheim-Chefin Anne Schilling (39) und Büro-Leiterin Ira Weißbach (43) kümmern sich mit ihrem Team um Hunde, die viel hinter sich haben.
Tierheim-Chefin Anne Schilling (39) und Büro-Leiterin Ira Weißbach (43) kümmern sich mit ihrem Team um Hunde, die viel hinter sich haben.  © Toni Söll

"Sicher entgehen der Stadt ein paar Mittel, aber bei der Vermittlung werden Stadt und Tierheim auch entsprechend entlastet", begründete Fraktions-Chefin Susanne Schaper (48, Linke) den Vorstoß.

Auch Therapie-, Schul-, Rettungs- und Diensthunde werden künftig besser gestellt. Für sie kann die Hundesteuer auf Antrag halbiert werden. Yvonne Kilian (47, FDP) sagte: "Wir schaffen keine neue Steuerpolitik, aber wir sorgen dafür, dass sie gerechter und lebensnäher wird."

Sie verwies auf die Arbeit von Rettungshunden, wie sie gerade an der Talsperre Pöhl bei der Suche nach Vermissten im Einsatz sind.

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Auch Finanzbürgermeister Ralph Burghart (56, CDU) sieht die Stadtkasse nicht ernsthaft in Gefahr und spricht von "geringfügigen Mindereinnahmen" die Rede - bei Einzelhaltung 100 Euro pro Hund und Jahr.

Ein Hund sitzt am Gitter einer Außenanlage im Chemnitzer Tierheim - knapp 50 Tiere warten derzeit auf ein neues Zuhause.
Ein Hund sitzt am Gitter einer Außenanlage im Chemnitzer Tierheim - knapp 50 Tiere warten derzeit auf ein neues Zuhause.  © Kristin Schmidt
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Sorgt die Steuerfreiheit wirklich für ein Vermittlungs-Turbo?

Im Tierheim am Pfarrhübel ist der Platz knapp.
Im Tierheim am Pfarrhübel ist der Platz knapp.  © Ralph Kunz

Die Lage im Tierheim am Pfarrhübel ist derzeit sehr angespannt. Es gebe zwar offiziell 44 Zwinger, "aber wir gehen jetzt schon wieder auf die 50 Hunde zu", sagt Vize-Chefin Ira Weißbach (43).

Ob die Steuerfreiheit wirklich ein Vermittlungs-Turbo wird? Weißbach bleibt ehrlich: "Die Leute, die sich wirklich einen Hund aus dem Tierheim holen wollen, würden das auch ohne diese Hundesteuer-Befreiung machen."

Trotzdem sei der Beschluss "ein schöner Zusatz" und "ein schönes Signal". Das größere Problem sieht sie woanders: Viele Menschen wollten Hunde sofort, bequem, wie aus dem Katalog. "Im Tierheim dagegen braucht Vermittlung Zeit, Kennenlernen und Verantwortung."

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Aktuell kostet der erste Hund in Chemnitz 100 Euro Hundesteuer im Jahr, jeder weitere 150 Euro.

Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt, Toni Söll

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