Dammbruch am Schwemmteich: Chemnitzer Rathaus spart bei Sanierung

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Chemnitz - Der mehr als 300 Jahre alte Schwemmteich am Wasserschloss Klaffenbach ist repariert - aber nur mit kleiner Lösung. Ende April 2023 war der Damm gebrochen. Heikel: Der Teich dient als Puffer bei Regenfällen, das Wasserschloss stand ohne Überschwemmungsschutz da.

Die Wasserfläche im Schwemmteich wurde von rund 8900 auf etwa 5900 Quadratmeter verkleinert.
Die Wasserfläche im Schwemmteich wurde von rund 8900 auf etwa 5900 Quadratmeter verkleinert.  © Ralph Kunz

Der Chemnitzer Stadtrat hatte eine Instandsetzung beschlossen. Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos) meldet nun: "Es konnte eine vereinfachte Lösung entwickelt werden."

Mit dem Ortschaftsrat sei "eine Reparatur des Deiches und ein vereinfachtes Wasserhaltungsregime bei verringertem Einstau" umgesetzt worden. Heißt: Der Teich bleibt, aber mit weniger Wasser.

Die kleine Lösung kostete rund 150.000 Euro. Ein Ersatzneubau würde nach Schätzung rund eine Million Euro kosten.

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Kütter begründet den Verzicht auf die große Variante so: "Der Fokus liegt aktuell auf dem Erhalt der ökologischen Funktion sowie der bestehenden Bedeutung für das Umfeld."

Die Ratsfraktionen sehen das unterschiedlich. Volkmar Zschocke (57, Grüne) sagt: "Das ist sicher nicht die perfekte Lösung. Angesichts der Haushaltslage sind wir aber froh, dass am Schwemmteich überhaupt etwas passiert ist." Zugleich warnt er: Von rund 160 Stillgewässern in Chemnitz seien mehr als 100 in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand.

Die Linke bleibt skeptisch: Ob die kleine Lösung hält, werde "das nächste Starkregen-Ereignis" zeigen. Für die AfD ist nach den Worten von Steffen Wegert (69) wichtig, "dass der Ortschaftsrat mit dieser Lösung einverstanden war" SPD-Stadtrat Detlef Müller (61) ist zufrieden: "Es ist Wasser drin, es ist wieder ein Teich."

Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos)
Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos)  © Sven Gleisberg
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Teurer Schlamm im Zinnteich

Die Entschlammung des Schönauer Zinnteichs ist mit mehr als 150.000 Euro doppelt so teuer wie veranschlagt.
Die Entschlammung des Schönauer Zinnteichs ist mit mehr als 150.000 Euro doppelt so teuer wie veranschlagt.  © Ralph Kunz

Auch am Zinnteich in Schönau wurde entschlammt und entsorgt - doch fertig ist die Baustelle damit noch lange nicht. Vor allem wurde es erst mal deutlich teurer als zunächst bekannt:

Statt rund 75.000 Euro stehen nun etwa 154. 000 Euro zu Buche. Die Stadt begründet den Sprung vor allem mit dem Schlamm selbst. Ursprünglich sei man von "kompostierfähigem Material" ausgegangen.

Analysen ergaben aber, dass es sich um belasteten Bodenaushub handelt. Die Folge: Mehrkosten von rund 79.000 Euro, "maßgeblich" wegen höherer Entgelte für die fachgerechte Entsorgung.

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Zufluss und Ablauf des Zinnteichs wurden trotz der höheren Kosten nicht mit repariert. Ein klassisch defekter Abfluss liege nicht vor. Vielmehr fehlen ein regulierbarer Auslass, ein sogenannter Mönch, sowie rund 60 Meter Ablaufleitung.

Dafür brauche es ein umfangreiches Genehmigungsverfahren.

Titelfoto: Ralph Kunz

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