Grüne laufen Sturm gegen Genderverbot an Sachsens Schulen

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Chemnitz - Mit dem heutigen Schulstart herrscht in einer Sache Klarheit: Das umstrittene Gendern hat in Aufsätzen und Arbeiten nichts zu suchen. Vorausgegangen war ein Machtwort von Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (49, CDU): "Die Verwendung von Sonderzeichen innerhalb eines Wortes werden als Fehler angestrichen und in der Benotung bei den Schreibleistungen mit berücksichtigt."

Coretta Storz (38, Grüne) schimpft gegen das Genderverbot an Sachsens Schulen.
Coretta Storz (38, Grüne) schimpft gegen das Genderverbot an Sachsens Schulen.  © Kristin Schmidt

Die Chemnitzer Grünen laufen dagegen Sturm. Kreis-Chefin und Germanistin Coretta Storz (38) spricht von "ideologischer Verbotspolitik auf dem Rücken von jungen Menschen".

Die Verwendung geschlechtergerechter Sprache sei ein "Sprachwandel-Phänomen" im Prozess der Normbildung. Deswegen gehöre es noch nicht zu amtlichen Regelwerken.

Der deutsche Rechtschreibrat als zentrale Sprachinstanz, auf den sich Minister Piwarz stützt, sieht das in seiner neuesten Veröffentlichung anders. "Diese Wortbinnenzeichen gehören nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie."

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In Texten aus dem Chemnitzer Rathaus wird sich dagegen nichts ändern. "Da der Stadtrat das Thema weiterhin nicht abschließend regelt, gibt es für die Stadtverwaltung keinen Handlungsbedarf", so Sprecher Matthias Nowak (55).

Genau das wollte die CDU schon Ende 2023 mit einem entsprechenden Stadtrats-Antrag tun, doch Oberbürgermeister Sven Schulze (52, SPD) hatte diesen unter Verweis auf die eigene Zuständigkeit gar nicht zugelassen.

Das Gendern ist eine Form der sprachlichen Geschlechtergerechtigkeit, die von der deutschen Bevölkerung mehrheitlich als zu kompliziert und elitär abgelehnt wird.
Das Gendern ist eine Form der sprachlichen Geschlechtergerechtigkeit, die von der deutschen Bevölkerung mehrheitlich als zu kompliziert und elitär abgelehnt wird.  © dpa/Gregor Bauernfeind
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Rathaussprecher Matthias Nowak (55) verteidigt das Gendern in offiziellen Rathaus-Texten.
Rathaussprecher Matthias Nowak (55) verteidigt das Gendern in offiziellen Rathaus-Texten.  © Uwe Meinhold

Jeannette Wilfer (34) von Stadtrats-Neuling BSW kündigte an: "Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Verwaltung in üblicher deutscher Sprache antwortet."

Titelfoto: dpa/Gregor Bauernfeind, Kristin Schmidt

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