Grüne Promenade statt grauer Parkplatzwüste: Pläne für Brückenstraßen-Stumpf beschlossen

Chemnitz - Graue Parkplatzwüste raus, grüne Promenade rein: Der Brückenstraßen-Stumpf an der Chemnitz soll sich in den kommenden Jahren deutlich verändern. Der zuständige Stadtratsausschuss hat mit knapper Mehrheit beschlossen, dass sich die Stadt Chemnitz für Bundesfördermittel bewirbt.

Blick auf den Brückenstraßen-Stumpf: Der Bereich zwischen Kreuzung Theaterstraße/Brückenstraße und Chemnitz soll zur grünen Promenade umgebaut werden.  © Uwe Meinhold

Geplant ist der Umbau eines der größten Innenstadt-Parkplätze: mehr Grün, neue Wege, eine Allee und ein abgesenkter Rasenbereich, der bei Starkregen Wasser aufnehmen soll. Kosten: rund 3,3 Millionen Euro, der Bund könnte 80 Prozent übernehmen.

In der von Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos) vorgelegten Vorlage heißt es, der Bereich habe eine "Schlüsselrolle für die Chemnitzer Innenstadtentwicklung".

Der heutige Straßenraum sei stark versiegelt und werde als "überdimensionierte Stellplatzanlage" genutzt.

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Die Grünen sehen darin eine Chance:. "Die geplante Begrünung der Brückenstraße stellt eine immense Aufwertung der brachen und aufgeheizten Grauwüste dar", sagt Joseph Israel (26, Grüne).

"Gerade dort, wo sich die Stadt stark erhitzt, macht eine Begrünung Sinn."

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Mehr als 700.000 Euro Eigenanteil müsste Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos) aus dem Stadthaushalt aufbringen, wenn das Projekt Brückenstraßen-Stumpf käme.  © Ralph Kunz
Joseph Israel (26, Grüne) unterstützt die Pläne für eine Brückenstraßen-Promenade.  © Uwe Meinhold

Ansässige Geschäftsleute äußern Kritik

Vater und Sohn schlagen Alarm: David Tautenhahn (42, l.) und Christian Tautenhahn (65) befürchten durch die geplante Promenade Probleme für Kunden, Anwohner und Lieferverkehr.  © Uwe Meinhold

Der große Knackpunkt ist aber die Zahl der Parkplätze. Heute gibt es dort rund 150 Stellflächen, nach der Umgestaltung sollen nur noch etwa 70 bleiben.

Christian (65) und David Tautenhahn (42) betreiben dort ein Fachgeschäft für Raumausstattung: "Von den Plänen haben wir aus der Zeitung erfahren", kritisieren die Geschäftsleute. Sie hätten erwartet, als direkte Anlieger frühzeitig informiert zu werden.

Ihre Sorge: Wenn Stellplätze wegfallen, parken Anwohner und Dauerparker künftig Kundenflächen zu. Auch der Lieferverkehr könnte leiden. "Wir kriegen mehrere Sattelschlepper in der Woche", sagen die Tautenhahns. Bislang könnten die Laster auf der Fläche wenden. Wird alles kleiner, könne das zum Standortproblem werden.

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Die Stadt verspricht Beteiligung, aber erst im nächsten Schritt. Genau das ärgert die Geschäftsleute: Erst werde der Förderweg beschlossen, danach solle geredet werden.

Bis Ende Juni will das Baudezernat eine Projektskizze nach Berlin schicken. Ob Geld fließt, entscheidet sich erst im Herbst.

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