Jusos-Beben in Chemnitz geht weiter: "Es handelt sich um Täter-Opfer-Umkehr"
Chemnitz - Das Juso-Beben in Chemnitz zieht weitere Kreise. Nach dem Rücktritt von Ex-Chef Gabriel Fritz (22) und weiteren Vorständen sind weitere Einzelheiten zu den internen Querelen ans Licht gekommen.
Der Landesverband aus Dresden hatte in einem internen Rundschreiben an die Chemnitzer Jusos (liegt TAG24 vor) über Vorwürfe gegen mehrere Mitglieder des lokalen Vorstands berichtet. Landeschef Mats Rudolph nannte auf TAG24-Anfrage: "Vorwürfe von Mobbing, strukturellem Ausschluss von Personen sowie das wiederholte Überschreiten persönlicher Grenzen."
Mehrere Personen aus Chemnitz, Leipzig, Mittelsachsen und Zwickau hätten Situationen geschildert, die sie als "unangenehm, grenzüberschreitend oder respektlos" erlebt hätten.
Fritz sieht das völlig anders. Er weist die Vorwürfe gegen sich zurück und spricht von einem Verfahren, bei dem aus seiner Sicht nicht beide Seiten fair gehört worden seien. Die Sanktionen hätten aus seiner Sicht bereits vorher festgestanden.
Wörtlich sagte er: "Ich kann nicht damit leben, dass etwas nicht schwarz auf weiß irgendwie feststeht und trotzdem auf Verdacht Leute verurteilt werden."
Rudolph weist die Vorwürfe zurück: "Nach unserer Einschätzung handelt es sich um eine Täter-Opfer-Umkehr."
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Kreisverband betont, die Zurückhaltung sei "kein Zeichen von Intransparenz"
Die SPD Chemnitz stellt sich hinter das Vorgehen des Landesverbandes: "Solche Hinweise müssen ernst genommen und sorgfältig aufgearbeitet werden."
Zugleich betont der Kreisverband, die öffentliche Darstellung nach dem Austritt spiegele nicht wider, "was intern sorgfältig dokumentiert worden ist". Dass Details nicht öffentlich gemacht würden, sei "kein Zeichen von Intransparenz, sondern von Verantwortungsbewusstsein gegenüber allen Beteiligten."
Unterdessen deutete Fritz an, dass der Konflikt nicht auf Chemnitz beschränkt bleiben könnte. Er verweis auf weitere Fälle in ganz Sachsen, ohne Einzelheiten zu nennen.
Titelfoto: Bildmontage: Felix Ramberg ( PR) , Kristin Schmidt
