Klare Absage aus dem Chemnitzer Rathaus: SPD-Idee fürs Schauspiel fällt durch

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Chemnitz - Die Stadtspitze hat der SPD-Idee eines gemeinsamen Dachs für Oper und Schauspiel eine knallharte Abfuhr erteilt. Stadtrat Detlef Müller (61) will einen Umbau des Chemnitzer Opernhauses, damit dort künftig Oper, Musical und Schauspiel unter einem Dach laufen. Bezahlt werden soll das Ganze aus dem Sondervermögen des Bundes.

Kulturbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (66, parteilos) nennt den SPD-Vorstoß existenzgefährdend für die Theaterstruktur.
Kulturbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (66, parteilos) nennt den SPD-Vorstoß existenzgefährdend für die Theaterstruktur.  © Sven Gleisberg

Kulturbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (66, parteilos) spart nicht mit deutlichen Worten. "Es erfüllt mich mit allergrößter Sorge, das wirft mehr Fragen als Lösungen auf."

Für sie steht sogar mehr auf dem Spiel als nur ein Standort: "Ich sehe da eine wirklich existenzielle Bedrohung unserer städtischen Theater-Infrastruktur." Oper und Schauspiel seien technisch zwei völlig verschiedene Welten. Zudem fehle es an belastbaren Zahlen. "Da wurden einfach Zahlen in den Raum geworfen, die nicht geprüft sind." Die SPD hatte von 20 Millionen Euro gesprochen.

Rückendeckung bekommt sie von Baubürgermeister Thomas Kütter (49, parteilos). Der stellt klar, dass der bisherige Auftrag ein ganz anderer war: "Wir sollten eine bessere Spielstätte für das Schauspiel finden - die jetzigen Vorschläge gehen in eine völlig andere Richtung."

Für das Opernhaus liegt aktuell keine ausgearbeitete Sanierungsplanung vor.
Für das Opernhaus liegt aktuell keine ausgearbeitete Sanierungsplanung vor.  © Kristin Schmidt
Deine täglichen News aus Chemnitz

Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.

  • Lokale Nachrichten aus Chemnitz & Umgebung
  • Exklusive Hintergrundberichte
  • Jederzeit abbestellbar
Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich. Bitte bestätige die E-Mail, die wir dir gesendet haben.
Mit deiner Anmeldung stimmst du unseren Datenschutzbestimmungen zu.
Detlef Müller (61, SPD) sorgt mit seinem Vorstoß, Schauspiel und Oper im Opernhaus zu "vereinen" für Kopfschütteln im Rathaus.
Detlef Müller (61, SPD) sorgt mit seinem Vorstoß, Schauspiel und Oper im Opernhaus zu "vereinen" für Kopfschütteln im Rathaus.  © Uwe Meinhold

Eine Entscheidung über die Sanierung des alten Schauspielhauses oder Neubau in Altchemnitz ist unterdessen weiterhin nicht in Sicht. Die SPD will nun beides vom Tisch wischen. Detlef Müller: "Das Risiko, dass wir uns mit einem Neubau des Schauspielhauses übernehmen, während gleichzeitig das Opernhaus gefährdet ist, gehen wir nicht mit."

Titelfoto: Bildmontage: Sven Gleisberg, Kristin Schmidt, Uwe Meinhold

Mehr zum Thema Chemnitz Politik: