Lumpen-Zoff: Müssen Wertstoffhöfe künftig unsere Klamotten entsorgen?

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Chemnitz - Wird das bald Realität? Wer kaputte Klamotten entsorgen will, soll dafür womöglich bezahlen. Die CDU/FDP-Fraktion im Stadtrat fordert, dass der städtische Entsorger ASR Alttextilien auf den Wertstoffhöfen verpflichtend annimmt - wenn nötig auch gegen Gebühr. Am Mittwoch wird im zuständigen Ausschuss darüber beraten.

Übervolle Müllcontainer und daneben liegende "Lumpen" am Getreidemarkt - so sieht es derzeit vielerorts aus.
Übervolle Müllcontainer und daneben liegende "Lumpen" am Getreidemarkt - so sieht es derzeit vielerorts aus.  © Uwe Meinhold

"Wir brauchen eine Lösung, bei der niemand mit seinem Klamottensack wieder vom Wertstoffhof weggeschickt wird", sagt Falk Ulbrich (58, CDU), der den Stein ins Rollen brachte. "Und zwar eine, die für alle Bürger funktioniert."

Hintergrund: Seit Januar gilt die EU-Vorgabe, dass Textilien getrennt gesammelt werden müssen. Noch verwendbare Kleidung darf nicht mehr in die schwarze Tonne. Doch immer mehr Chemnitzer entsorgen ihre gebrauchten Textilien unsortiert in Altkleidercontainern – oder gleich im Gebüsch.

Auch Yvonne Kilian (46, FDP) sieht Handlungsbedarf durch zunehmenden Vandalismus:

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"Auf dem Sonnenberg werden Kleidercontainer regelmäßig geplündert. Die Kleidung liegt dann auf der Straße, das sorgt für Frust bei den Anwohnern."

Falk Ulbrich (58, CDU) drängt auf eine schnelle Lösung für die Entsorgung von Alttextilien.
Falk Ulbrich (58, CDU) drängt auf eine schnelle Lösung für die Entsorgung von Alttextilien.  © Ralph Kunz
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Nur 30 Prozent der gespendeten Kleidung ist verwertbar

Bürgermeister Knut Kunze (54, parteilos) und ASR-Betriebsleiter Marcus Kropp (46) müssen eine Lösung für den wachsenden Textilmüll finden.
Bürgermeister Knut Kunze (54, parteilos) und ASR-Betriebsleiter Marcus Kropp (46) müssen eine Lösung für den wachsenden Textilmüll finden.  © Ralph Kunz

Für gemeinnützige Organisationen wie das DRK, die die Kleidercontainer aufstellen, ist die Situation schon jetzt dramatisch. Nur 30 Prozent der gespendeten Kleidung sei verwertbar, heißt es. Den Rest müsse man für 240 Euro pro Tonne entsorgen.

CDU-Rat Ulbrich betont: "Unser Antrag ist die Suche nach einer Lösung. Der ASR soll prüfen, wie das laufen kann - auch ob und in welcher Höhe eine Gebühr erhoben wird. Aber klar ist: Wenn es am Ende Geld kostet, muss man darüber reden."

Das sieht Umweltbürgermeister Knut Kunze (54, parteilos) kritisch. Eine kostenpflichtige Entsorgung auf Wertstoffhöfen sei kaum umsetzbar - zu wenig Platz, zu viele Mengen.

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Der ASR will sich erst nach der Sitzung äußern.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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