Chemnitz - Wird der grüne Traum für eine Fahrrad-Achse nach Gablenz Realität? Die Uferstraße und Teile der Adelsbergstraße können nach Einschätzung des Chemnitzer Rathauses tatsächlich zur Fahrradstraße werden – allerdings mit Bremsspuren.
Linke und Grüne hatten den Stein vor anderthalb Jahren per Stadtratsvotum ins Rollen gebracht. Ihr Argument: Radfahrer sollen eine sichere Parallelroute zur stark befahrenen Augustusburger Straße bekommen.
Joseph Israel (26, Grüne) sagte damals: "Durch die Lage parallel zur stark genutzten Augustusburger Straße wäre der Pkw-Verkehr kaum beeinträchtigt."
Toni Späth (27, Linke) verwies auf Rückmeldungen von Chemnitzern, "die sich genau diese Achse seit Jahren wünschen".
Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos) bringt das Prüfergebnis auf den Punkt: Die Uferstraße zwischen Ziesche- und Hans-Sachs-Straße sei "kurzfristig realisierbar".
Auch der weitere Abschnitt bis zur Clausstraße könnte ohne große Bauarbeiten kommen – aber wohl nicht ohne Parkplatzverluste. Der Abschnitt zwischen Pfarr- und Geibelstraße kommt wegen Linienverkehrs dagegen nicht als Fahrradstraße infrage.
Zum Knackpunkt wird der Knoten Uferstraße/Clausstraße/Adelsbergstraße. Kütter spricht von einer möglichen "kompletten Neuordnung". Allein dafür müssten grob mindestens 350.000 Euro eingeplant werden.
Insgesamt liegen die geschätzten Baukosten bei 465.000 Euro – Markierungen und Schilder noch obendrauf. Ob Chemnitz damit tatsächlich seine dritte Fahrradstraße bekommt, ist weiter offen.